Serie: Europa lebt in Münster
Königstochter Europa kam aus dem Nahen Osten

Münster -

Am 26. Mai wird das Europa-Parlament gewählt. Wir stellen in einer Serie bis zum Wahltermin täglich Münsteraner aus den EU-Ländern vor. Durch sie lebt Europa in Münster. Der Grieche Christos Moustakis beispielsweise erinnert an Europas sagenhaften Ursprung . . .

Sonntag, 19.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 13:57 Uhr
Christos Moustakis lebt seit 1995 in Münster. Er liebt die Stadt, pflegt aber auch seine griechischen Wurzeln.
Christos Moustakis lebt seit 1995 in Münster. Er liebt die Stadt, pflegt aber auch seine griechischen Wurzeln. Foto: hö

Dr. Christos Moustakis fühlt sich in Münster pudelwohl und gleichzeitig in Griechenland zu Hause. Die Liebe zog den gebürtigen Athener in dritter Generation – „das gibt es nicht so häufig“ – 1995 nach dem Physikstudium nach Münster, um hier zu promovieren. Von den Vorteilen, die die EU bietet, profitiert er nicht nur in der Ferienzeit, wenn er regelmäßig mit seiner deutschen Frau und den beiden Kindern ohne langwierige Kontrollen und Zollformalitäten in seine alte Heimat reist – mitunter mit Zwischenstopps in Österreich und Italien.

Moustakis, der als Medizinphysiker in der Strahlentherapie des Uniklinikums arbeitet, sieht einen großen Vorteil vor allem im wissenschaftlichen Austausch zwischen den EU-Mitgliedsstaaten. „Ich arbeite oft in internationalen Projekten“, erklärt er. Ein großes Thema sei derzeit „Big Data“, also riesige Datenmengen, die heute mithilfe digitaler Technologien ausgewertet werden. Dank der Zusammenführung von Datenbanken für länderübergreifende Studien „ist es beispielsweise möglich, Therapien für Krebspatienten zu verbessern“, sagt der Medizinphysiker.

Spannend sei aber auch ein Blick auf Europa aus der Perspektive der griechischen Mythologie, meint Moustakis. Demnach verwandelt sich Göttervater Zeus in einen Stier, um Europa, die schöne Königstochter der Phönizier, aus dem Morgenland zu entführen. Europa verliebt sich kurz darauf in ihren Kidnapper und wird Königin von Kreta und des gesamten Abendlandes, das nach ihr benannt wird. „So alt diese Sage ist, so aktuell ist doch ihr Inhalt“, findet Moustakis. Die Furcht vor Menschen aus anderen Kulturkreisen sei unbegründet.

Er freut sich jedenfalls, wenn er aus Griechenlandurlauben zurückkehrt und die Kollegen in Münster mit Vorliebe die mitgebrachten landestypischen Leckereien genießen – „oder danach fragen, wie Sirtaki getanzt wird“.

Zwischendurch vermisst er in Münster schon das Meer, die Wärme und das leckere griechische Essen, wie er gesteht. „Und wenn ich in Griechenland bin, fehlen mir meine wöchentlichen Marktbesuche in Münster, mein Lieblingskaffee und das Fahrradfahren.“

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