Podiumsdiskussion zu Radverkehr
„Fiets Flow“ wie in den Niederlanden

Münster -

Der Titel „Fahrradhauptstadt“ ist futsch. Wo es in Münster in Sachen Radverkehr hakt, machte die Podiumsdiskussion der Uni Münster am Donnerstagabend im Haus der Niederlande deutlich.

Freitag, 17.05.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 17:34 Uhr
Auf dem Podium diskutierten (v.l.): Alena Milte (Swapfiets), Prof. Dr. Karst Geurs (Universität Twente), Marie Wolf-Eichbaum (Zentrum für Niederlande-Studien), Stefanie Nagelsdiek (WWU-Asta) und Dr. Andreas Bittner (ADFC Münsterland).
Auf dem Podium diskutierten (v.l.): Alena Milte (Swapfiets), Prof. Dr. Karst Geurs (Universität Twente), Marie Wolf-Eichbaum (Zentrum für Niederlande-Studien), Stefanie Nagelsdiek (WWU-Asta) und Dr. Andreas Bittner (ADFC Münsterland). Foto: hö

Wie erreicht man mit einer Verkehrsplanung zugunsten von Fahrradfahrern auch in Münster den sogenannten „Fiets Flow“, wie man ihn aus manchen niederländischen Städten kennt? Dies war die zentrale Frage bei der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend im Haus der Niederlande, zu der die Arbeitsstelle Forschungstransfer an der Universität Münster eingeladen hatte.

Die Impulse von Prof. Dr. Karst Geurs von der Universität Twente wurden ideenreich auf Münster umgemünzt. Für sensorgesteuerte Ampeln, die den Radverkehr beschleunigen oder ein Rad-Verleih, bei dem genutzte Leezen überall in der Stadt aufgenommen und abgestellt werden können, fehle bislang die Experimentierfreudigkeit, monierte Dr. Andreas Bittner vom ADFC Münsterland.

Stellplätze schlichtweg vergessen

Oder wie es Stefanie Nagelsdiek vom WWU-AStA-Referat Nachhaltigkeit ausdrückte: „Es fehlt der niederländische Pragmatismus“. Jüngstes Beispiel: Die Platzneugestaltung am Fürstenberghaus, bei der nah gelegene Fahrradabstellplätze schlichtweg vergessen worden seien. „Ein Fahrradparkhaus unter dem Platz wäre die Lösung gewesen.“

In den Niederlanden indes gebe es unter einzelnen Uni-Gebäuden Fahrrad-Parkhäuser, wurde in der Diskussion deutlich, die von Marie Wolf-Eichbaum vom Zentrum für Niederlande-Studien moderiert wurde. Stattdessen seien am geplanten Hüffer-Campus 400 Pkw-Stellplätze vorgesehen. In manchen Punkten schneidet Münster aber nicht schlechter ab. „In den Niederlanden werden mehr Leihräder gestohlen“, berichtete Alena Milte vom Unternehmen Swapfiets.

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