Stadt lässt Gewässer untersuchen
Kampf gegen die Keime

Münster -

Die Stadt nimmt den Kampf gegen multiresistente Keime in den Gewässern auf. An mehreren Stellen in Hiltrup wurden in den vergangenen Monaten Proben entnommen. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor.

Freitag, 17.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 20:37 Uhr
Multiresistente Keime kommen nicht nur in Krankenhäusern, sondern immer häufiger auch in Gewässern vor. Bei Probeentnahmen in Hiltrup wurden Hygiene-Experten der Universität prompt fündig. Die gefürchteten MRSA-Keime wurden hier jedoch nicht gefunden.
Multiresistente Keime kommen nicht nur in Krankenhäusern, sondern immer häufiger auch in Gewässern vor. Bei Probeentnahmen in Hiltrup wurden Hygiene-Experten der Universität prompt fündig. Die gefürchteten MRSA-Keime wurden hier jedoch nicht gefunden. Foto: dpa

Die Stadt nimmt den Kampf gegen die Verbreitung von multiresistenten Keimen auf – also Erregern, die nicht auf eine Behandlung mit Antibiotika reagieren. In den vergangenen Monaten sind an sieben Stellen in Hiltrup Gewässerproben entnommen und anschließend auf Keime untersucht worden.

Die gute Nachricht: Die gefürchteten MRSA-Keime, die für abwehrgeschwächte Menschen zu einer tödlichen Gefahr werden können, sind nach Angaben des städtischen Gesundheitsamtes bislang nicht gefunden worden – sondern lediglich deutlich harmlosere Darm- und Umweltkeime. „Vorsichtsmaßnahmen sind nach dem jetzigen Kenntnisstand nicht notwendig“, betont Behördenleiter Norbert Schulze-Kalthoff.

Erstmalige Untersuchung

Die Bezirksvertretung Hiltrup hatte die Probeentnahmen auf Antrag der Grünen angeregt. Die bis Ende Juli vorgesehenen Gewässeruntersuchungen werden vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikums unter anderem dem Emmerbach, dem Hiltruper See, dem Dortmund-Ems-Kanal und dem Abwasser des Herz-Jesu-Krankenhauses entnommen. „Die bisherigen Ergebnisse waren nicht überraschend und konnten so erwartet werden“, betont Schulze-Kalthoff.

Mit den laufenden Probeentnahmen wird das Oberflächen- und Grundwasser in Münster erstmalig überhaupt nach multiresistenten Keimen untersucht. Längst Standard sind hingegen solche Untersuchungen beim Trinkwasser. „In den letzten zwei Jahren gab es keine wesentlichen bakteriellen Auffälligkeiten“, unterstreicht Schulze-Kalthoff.

Auf eigene Gefahr!

Das Gesundheitsamt ist zudem gesetzlich verpflichtet, Schwimm- und Badebecken samt Aufbereitungsanlagen zu untersuchen. Natürliche Badegewässer gibt es im Stadtgebiet nicht. Wer dennoch in den Aasee oder in den Hiltruper See springt, „tut dies auf eigene Gefahr“, betont Dr. Michael Lürwer vom Gesundheitsamt. Messungen zur Existenz multiresistenter Keime in den Kläranlagen bereitet das Tiefbauamt derzeit vor. Probeentnahmen aus Gewässern anderswo in der Stadt sind aktuell nicht geplant.

Resistente Bakterien treten verstärkt dort auf, wo intensiv Antibiotika eingesetzt werden – zum Beispiel in Krankenhäusern oder in der Tierhaltung. Im Rahmen der Untersuchung soll daher auch ermittelt werden, ob ein Übertragungsrisiko aus Krankenhaus-Abwässern bzw. aus der Gülle zurück zum Menschen besteht.

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