Frühjahrssalon der Künstler vom Hawerkamp
Mit Tiefe und Hintersinn

Münster -

Frischer Wind beim Frühjahrssalon am Hawerkamp mit seinen drei Dutzend Künstlern: Erstens findet die Traditionsschau im Mai diesmal kompakt „nur“ am Sonntagnachmittag statt. Zweitens gibt es eine Gruppenausstellung, in der die Hawerkamp-Künstler frühe und früheste Arbeiten zeigen – spannend.

Freitag, 17.05.2019, 19:16 Uhr
Unfreiwillig politische Bezüge: In der Gruppenausstellung zeigen die Hawerkamp-Künstler frühe Arbeiten wie Martina Lückener (r.) und Peter Bröcker (l.). Dabei scheint sich das beseelte Farbfleckenwesen vor den schattig verhüllten Menschen zu fürchten.
Unfreiwillig politische Bezüge: In der Gruppenausstellung zeigen die Hawerkamp-Künstler frühe Arbeiten wie Martina Lückener (r.) und Peter Bröcker (l.). Dabei scheint sich das beseelte Farbfleckenwesen vor den schattig verhüllten Menschen zu fürchten. Foto: Gerhard H. Kock

Frühjahrssalon 2019 der Künstler vom Hawerkamp

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  • Aktuelle Arbeiten von Luis Niemann, der in diesen Tagen sein Abitur macht, aber bereits an der Kunstakademie Münster aufgenommen wurde.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Neuste Arbeiten mit Giraffenohren (l.) von Christiane Schöpper.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Vivian Malloy ist Atelierstipendiatin am Hawerkamp und stellt Zeichnungen mit (angesichts der Feinheit kaum zu glauben) Kugelschreiber aus, die sich mit Makel und schlechten Manieren beschäftigen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Vivian Malloy ist Atelierstipendiatin am Hawerkamp und stellt Zeichnungen mit (angesichts der Feinheit kaum zu glauben) Kugelschreiber aus, die sich mit Makel und schlechten Manieren beschäftigen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • In der Gruppenausstellung: Stefan Burghoff (l.), Thomas Prautsch (o.) und Christiane Schöpper (u.)

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Eine frühe Arbeit von Christiane Schöpper, collagiert mit den Augen der jungen Angela Merkel (r.), Maria Callas (Mitte) und einer nicht mehr Erinnerten.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Michel M. ist vergleichsweise neu am Hawerkamp und zeigt in der Gruppenausstellung Zeichnungen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Michel M. ist vergleichsweise neu am Hawerkamp und zeigt in der Gruppenausstellung Zeichnungen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Michel M. ist vergleichsweise neu am Hawerkamp und zeigt in der Gruppenausstellung Zeichnungen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kirsten Mühlbach ist mit früheren Versionen ihrer bunten Reliefornament-Malerei in fast rokkokoesker Verspieltheit vertreten.

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  • In der Gruppenausstellung zeigen die Hawerkamp-Künstler frühe Arbeiten: hier Christiane Schöpper (vorne) und Kristina Kugler (hinten).

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Mehr als 20 Jahre alt ist diese Arbeit von Kristina Kugler.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Für den Frühjahrssalon 2019 wurden erstmals Plakate erstellt: eine Arbeit pro Plakat.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Für den Frühjahrssalon 2019 wurden erstmals Plakate erstellt: eine Arbeit pro Plakat.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • In der Gruppenausstellung zeigen die Hawerkamp-Künstler frühe Arbeiten.

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  • Ruth Bisping stellt in der Gruppenausstellung eine frühe Arbeit aus, die sich in all den Jahren leicht verzogen hat. Vielleicht wie eine leicht wehende Fahne.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Beseelte Farbflecken von Peter Bröcker.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Peter Paul Berg gestaltet mit minimalem malerischen Einsatz eine große Fläche.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückeners frühe Arbeit wirft auch politische Schatten.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Malte Rommel ist bekannt für seine ausgeschnittenen Linien-Skulpturen, in der Gruppenausstellung ist er mit einem frühen Bild vertreten.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Peter Bröcker in der Gruppenausstellung.

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  • Eine scherenschnittartige Arbeit von Dirk Sandbaumhüter.

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  • Stefan Burghoff

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  • Auch Felix Schöpper ist mit frühen Arbeiten vertreten.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Elke Seppmanns "Cooles Paar mit Warnweste“ (2012)

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Elke Seppmann einzelverpackte Erdbeeren . . .

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Elke Seppmann einzelverpackte Kirschen und Erdbeeren . . .

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Dirk Sandbaumhüter zeigt in seinem Atelier die Möglichkeiten des Siebdrucks – hier der Ausschnitt eines Drucks changierender Grün-Raster.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Dirk Sandbaumhüter zeigt in seinem Atelier die Möglichkeiten des Siebdrucks mit Hilfe von Zustandsdrucken.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Dirk Sandbaumhüter zeigt in seinem Atelier die Möglichkeiten des Siebdrucks mit Hilfe von Zustandsdrucken.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Dirk Sandbaumhüter zeigt in seinem Atelier die Möglichkeiten des Siebdrucks mit Hilfe von Zustandsdrucken.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist nicht nur Illustrator von Gesellschaftsspielen, sondern auch Musiker der Band " Zmt ".

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist nicht nur Illustrator von Gesellschaftsspielen, sondern auch Musiker der Band " Zmt ".

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist nicht nur Illustrator von Gesellschaftsspielen, sondern auch Musiker der Band " Zmt ".

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Eingang zu den Ateliers von Harald Lieske und Dirk Sandbaumhüter.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist nicht nur Illustrator von Gesellschaftsspielen, sondern auch Musiker der Band " Zmt ".

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist Illustrator von Gesellschaftsspielen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist Illustrator von Gesellschaftsspielen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist nicht nur Illustrator von Gesellschaftsspielen, sondern auch Musiker der Band " Zmt ", für deren neuste CD er nach einem Cover-Motiv sucht.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Harald Lieske ist Illustrator von Gesellschaftsspielen und hat auch ein Spiel „Notre dame“ gestaltet.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Nordplatzdichter aus Münster ist Gast bei Martina Pott und zeigt Lyrik sowie Fotografien dazu.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Nordplatzdichter aus Münster ist Gast bei Martina Pott und zeigt Lyrik sowie Fotografien dazu.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Nordplatzdichter aus Münster ist Gast bei Martina Pott und zeigt Lyrik sowie Fotografien dazu.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Nordplatzdichter aus Münster ist Gast bei Martina Pott und zeigt Lyrik sowie Fotografien dazu.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Der Nordplatzdichter aus Münster ist Gast bei Martina Pott und zeigt Lyrik sowie Fotografien dazu.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Pott hat mit Münsters Nordplatzdichter zusammengearbeitet. Dabei ist diese schwebende Mumie, dieses verbundene Geistwesen entstanden.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Pott experimentiert gerade mit einem Kaleidoskop, in dem sie hier ein Foto eines aufgeschlagenen und eingefärbten Eies gelegt und fotografiert hat.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Pott stellt Bühnenbilder aus, die in Aufführungen von Theater Cactus zu sehen waren.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Pott stellt Bühnenbilder aus, die in Aufführungen von Theater Cactus zu sehen waren.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet und kleine Figuren aus einer natürlichen Welt geschaffen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet und kleine Figuren aus einer natürlichen Welt geschaffen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet und kleine Figuren aus einer natürlichen Welt geschaffen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet und kleine Figuren aus einer natürlichen Welt geschaffen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet und kleine Figuren aus einer natürlichen Welt geschaffen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler hat diesen Winter viel mit dem Brennofen gearbeitet. Auch Gemälde erinnern ans lodernde Glut, in denen sich Gesichter finden.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kristina Kugler generiert aus kontrastarmer Wildnis organische Strukturen, die sowohl an ein Gehirn als auch an Bäume erinnern können.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Monika Scholz generiert mit Farbfeldern und Farbschichten Leinwand-Landschaften.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Monika Scholz generiert mit Farbfeldern und Farbschichten Leinwand-Landschaften.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Monika Scholz generiert mit Farbfeldern und Farbschichten Leinwand-Landschaften.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kuschelig: Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt - hier ein Hund.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt - wie diesen auf dem Rücken liegenden, Kuscheln genießenden Hund.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Martina Lückener präsentiert Perspektiven aus der Schattenwelt – wie Hochspannungsleitungszeichnungen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ein breites malerisches Spektrum pflegt Heinz Zwernemann

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Peter A. Adorf will die Welt farbig machen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Malerei von Martina Meyer-Heil im Spiegel.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Aktuelle Malerei von Martina Meyer-Heil.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Aktuelle Malerei von Martina Meyer-Heil.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ulrike Siebenhaar-Hage aus Paderborn ist Gast von Annette Wiesmann und zeigt auf Alublechen Gesten wie aus sprudelnden Bewegungen, die licht wirken, aber kein Licht haben.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Annette Wiesmann setzt sich in La Palma in die Natur, schaut sich Formen und Strukturen an, die sie mit Tusche aufs Papier bringt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Annette Wiesmann setzt sich in La Palma in die Natur, schaut sich Formen und Strukturen an, die sie mit Tusche aufs Papier bringt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Annette Wiesmann setzt sich in La Palma in die Natur, schaut sich Formen und Strukturen an, die sie mit Tusche aufs Papier bringt.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • In der Gruppenausstellung zeigen die Hawerkamp-Künstler frühe Arbeiten: hier Martina Lückener (r.) und Peter Bröcker (l.).

    Foto: Gerhard H. Kock

Die Arbeiten im geräumigen „Leer-Atelier“, das sonst zum Lehren, Arbeiten und Ausstellen gemietet werden kann, laden geradezu dazu ein, künstlerische Handschriften zu entdecken, sich von Entwicklungen beeindrucken zu lassen. Kristina Kugler ist ein Beispiel, deren über 20 Jahre altes Bild vor aquarelligem Hintergrund einen gezeichneten weiblichen Akt in einer Manier zeigt, die dem Neosurrealismus eines Paul Wunderlich nicht unähnlich ist.

Zu den beeindruckendsten Arbeiten zählt diesmal die kleine (noch ungebrannte) Ton-Figur von Felix Schöpper: Auf einem Ziegel-Block sitzt in einem existenziellen Erschöpfungszustand, hohläugig, ein alter Mann fast jeder Lebenskraft beraubt und blickt auf sein erigiertes Geschlecht als fleischgewordenen Inbegriff „eines blinden ziellosen Drangs zu Leben“ (Schopenhauer). Die Füße klobig, als würden sie von der Erde aufgenommen: ein „Adamah“, ein aus roter Erde geschaffenes Menschlein. Erbarmungswürdig.

Leichtere Themen finden sich im Atelier von Annette Wiesmann, die in und aus der Natur von La Palma ihre Formen sowie Strukturen findet und mit Tusche festhält. Und ihr Gast, Ulrike Siebenhaar-Hage, stellt unter anderem die heute ungewöhnliche alte Technik Cliché verre vor, ein Hybrid aus Fotografie und Handzeichnung, mit der sie ihre gestische Malerei aufs Blatt bringt. Apropos Technik: Ein Besuch bei Dirk Sandbaumhüter lohnt ebenfalls, weil er in seiner Siebdruckwerkstatt dieses Druckverfahren und seine Möglichkeiten unter anderem mit Zustandsdrucken anschaulich macht. Und Martina Pott (bekannt durch ihre Bühnenbilder für das ausgezeichnete Theater Cactus) präsentiert Experimente mit Kaleidoskop und Fotografie.

Schöne Malerei mit Hintersinn findet sich im Atelier von Elke Seppmann immer – diesmal ein „Cooles Paar mit Warnweste“: ein Messer, eine Aubergine in Cellophan und ein Weste. Wer ist das Paar in dieser ménage à ­trois? Leicht rätselhafte Perspektiven mit (nicht auf den ersten Blick) philosophischer Tiefe vermittelt Martina Lückener mit ihren Schatten-Rissen: ein Einkaufswagen mit Sockel-Rollen und ein Hund. Der liegt bei genauerer Betrachtung vertrauensselig auf dem Rücken, bereit zum Kraulen. Da fragt sich: Kann man mit Schatten kuscheln?

Und im Frühjahrssalon gibt es natürlich „Frischware“. Harald Lieske, der Spiele-Gestalter, wird sein allerneustes Gesellschaftsspiel zeigen: „Yinzi“ (Silber) – wenn die Post pünktlich liefert.

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Der Frühjahrssalon findet am Sonntag (19. Mai) von 12 bis 18 Uhr in den Häusern A, B, und G am Hawerkamp statt.

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