Artenschutz Thema beim Landesjägertag
Im Miteinander mit den Umweltschutzverbänden

Münster -

800 Jäger aus ganz NRW diskutierten am Samstag in der Halle Münsterland aktuelle Fragen. Der Artenschutz in Kooperation mit den Naturschutzverbänden war ein Thema. Zum Landesjägertag kam auch Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Samstag, 18.05.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 14:25 Uhr
Falkner Andreas Heinz Wagner und Sigrid Euteneuer demonstrieren mit Wüstenbussard-Dame Amy die enge Teamarbeit zwischen Vogel und Mensch. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Münster, Philip Schulze Buschhoff, und seine Stellvertreterin Britta Steinkamp (kleines Foto) wollen mit der Waldschule in Schulen und Kitas über die heimische Tierwelt und deren Pflege aufklären.
Falkner Andreas Heinz Wagner und Sigrid Euteneuer demonstrieren mit Wüstenbussard-Dame Amy die enge Teamarbeit zwischen Vogel und Mensch. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Münster, Philip Schulze Buschhoff, und seine Stellvertreterin Britta Steinkamp (kleines Foto) wollen mit der Waldschule in Schulen und Kitas über die heimische Tierwelt und deren Pflege aufklären. Foto: hö

Die amerikanische Wüstenbussard-Dame Amy verfolgt auf dem Arm ihres Falkners am Samstag jeden, der durch den Eingang der Halle Münsterland zum Landesjägertag geht. Der majestätische Vogel lässt sich sanft übers Gefieder streicheln, auf der Jagd indes bringt er mit seinen Krallen Kaninchen augenblicklich in Schockstarre und teilt die Beute mit seinem menschlichen Jagdpartner. „Es ist die natürlichste Art der Jagd“, erklärt Falkner Andreas Heinz Wagner. „Ohne Schrot im Kaninchen.“ Und da der Falke nicht die starken schnellen Kaninchen „entnimmt“, wie es in der Jägersprache heißt, „hält dies den Bestand gesund“. Jäger verstehen sich auch als Naturschützer – eine Kernaussage beim Landesjägertag, zu dem rund 800 Jäger aus ganz NRW nach Münster kamen. Auch Ursula Heinen-Esser, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW stattete dem Landesjägertag einen Besuch ab.

Die Kreisjägerschaft Münster mit ihren rund 1100 Mitgliedern „fühlt sich geehrt, das der Landesjagdverband hier tagt“, erklärt der münsterische Vorsitzende Philip Schulze Buschhoff. Und angesichts der häufig geäußerten Kritik von Tierliebhabern ist ihm wichtig zu betonen: „Im Fokus der Kreisjägerschaft steht das Miteinander all derjenigen, die sich dem Artenschutz verpflichtet fühlen.“

Impressionen vom Landesjägertag in Münster

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  • Foto: Oliver Werner
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Dabei sieht Schulze Buschhoff die Jäger mit den Vertretern der Naturschutzverbände Seite an Seite. Wenn beispielsweise in Kooperation mit Landwirten Ackerstreifen nicht bewirtschaftet werden, um Vogelgehege nicht zu zerstören, so habe dies nur Erfolg, wenn die Population der Marder auf ein gesundes Maß begrenzt werde. Schulze Buschhoff: „Bei Mardern, die Gelege ausnehmen, hilft keine Ideologie.“ Er nennt ein weiteres Beispiel für den notwendigen Eingriff der Jäger. Auf 500 Hektar seien zwei Fuchs-Familienverbände ein gesundes Maß. In Münster gebe es aber teils bis zu zehn „Fuchsgehecke“, wie der Jäger sagt. Auch bei invasiven Tierarten wie Waschbären führe ein Ungleichgewicht dazu, „dass Bodenbrüter wie Kiebitz oder Rebhuhn keine Chance mehr haben“.

In der Kreisjägerschaft mischen laut Schulze Buschhoff inzwischen zunehmend Frauen mit. Und viele junge Leute entdeckten das Hobby für sich: „Etwa ein Drittel unserer Mitglieder sind unter 30. Der Jugendjagdschein kann schon mit 16 gemacht werden.“

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