Staus vor der Baustelle
Stadt prüft breiteren Tunnel an der Dominikanerkirche

Münster -

Unmut der Passanten macht sich im engen Baustellentunnel an der Dominikanerkirche breit. Begegnungsverkehr mit Rollator oder Kinderwagen ist kaum möglich. Jetzt reagiert die Stadt.

Dienstag, 21.05.2019, 07:00 Uhr
Vor dem engen Bautunnel an der Dominikanerkirche staut es sich, wenn schiebende Fahrradfahrer und Fußgänger, teils mit Rollator oder Kinderwagen, durch die Röhre an der Julius-Voos-Gasse wollen.
Vor dem engen Bautunnel an der Dominikanerkirche staut es sich, wenn schiebende Fahrradfahrer und Fußgänger, teils mit Rollator oder Kinderwagen, durch die Röhre an der Julius-Voos-Gasse wollen. Foto: hö

Hochbetrieb herrscht seit einigen Tagen in dem schmalen Baustellentunnel an der Dominikanerkirche. Und wer vor dem Eingang nicht richtig abgeschätzt hat, wer ihm da entgegenkommt, muss mitunter mit dem Kinderwagen oder der geschobenen Leeze rückwärts wieder zurück. „Bei dieser starken Fluktuation hätte ich mir einen breiteren Durchgang gewünscht“, sagt Gabriele Hellmann, die zweimal wöchentlich den hölzernen Baustellentunnel nutzt, der während der Kirchensanierung und der Bauarbeiten am Geschäftshaus gegenüber (ehemals „Marcus“) den Durchgang zwischen der Salzstraße und dem Alten Steinweg ermöglichen soll.

Gabriele Hellmann schiebt auch an diesem Tag im Gänsemarsch mit anderen ihr Rad durch die Röhre. In der Mitte herrscht immer dann kurzer Stillstand in der Kolonne, wenn die Tür der Dominikanerkirche aufschwingt und Besucher des Richter-Pendels sich noch zusätzlich in den Tunnel quetschen. „Eine Katastrophe“, schimpft Iris Meyer, die den Unmut vieler Passanten auf den Punkt bringt. „Und das während einer so lange andauernden Baustelle“ – geplant sind 14 Monate. „Das geht gar nicht“, ärgert sie sich, steigt wieder auf ihr Rad und entschwindet Richtung Stubengasse.

Baustelle Dominikanerkirche

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  • Es wird eng: Vor der Baustelle an der Dominikanerkirche führt ein enger Durchgang zu Ärger bei Passanten.

    Foto: Oliver Werner
  • Wer mit einem breiteren Gefährt durch den 1,20 Meter breiten Tunnel an der Julius-Voos-Gasse will, muss hoffen, dass ihm kein Gegenverkehr begegnet.

    Foto: hö
  • Der hölzerne Baustellen-Tunnel soll während der Kirchensanierung und der Bauarbeiten am Geschäftshaus gegenüber (ehemals Marcus) den Durchgang zwischen der Salzstraße und dem Alten Steinweg ermöglichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Geplante Bauzeit sind 14 Monate.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Vorgaben werden mit dem Tunnel übrigens eingehalten. Bei Baustellensicherungen müsse die Mindestbreite bei Gehwegen einen Meter betragen, erklärt eine Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

    Foto: Oliver Werner

Streng genommen dürfen hier nur Fußgänger und keine Fahrradschieber passieren, doch daran hält sich in der Leezenstadt Münster kaum jemand. „Wozu auch?“, merkt eine Passantin an: „Kinderwagen oder Rollatoren sind doch breiter als ein Fahrradlenker.“

Die Tunnellösung auf der Doppelbaustelle sei indes das Ergebnis eines langen Abstimmungsprozesses mit der Stadt gewesen, erinnert Architekt Jörg Preckel, der den Neubau des Geschäftshauses konzipiert hat. Bei Baustellensicherungen müsse die Mindestbreite bei Gehwegen einen Meter betragen, erklärt Monika Bitter, Pressesprecherin der Stadt, die den Baustellentunnel errichtet hat. „Das wird an der Baustelle Julius-Voos-Gasse/Dominikanerkirche mit der Breite von 1,20 Meter schon jetzt eingehalten“, betont Bitter. Angesichts der nun verstärkt geäußerten Kritik prüfe die Stadt aktuell, „ob mit Blick auf den Standort des Baukrans der Fußgängertunnel nicht doch auf 1,50 Meter verbreitert werden kann“.

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