Wochenmarkt
Marktbeschicker wählen neuen Vorsitzenden

Münster -

Rita Westhoff hat wahr gemacht, was sie vor einem Jahr angekündigt hat: Die 68-Jährige hat ihren Vorstandsvorsitz abgegeben. Nachfolger wurde Fischhändler Sebastian Bussmeyer.

Dienstag, 21.05.2019, 21:00 Uhr
Rita Westhoff stand für den Vorstandsvorsitz nicht mehr zur Verfügung. Diese Aufgabe übernimmt nun Sebastian Bussmeyer (kleines Foto l.).
Rita Westhoff stand für den Vorstandsvorsitz nicht mehr zur Verfügung. Diese Aufgabe übernimmt nun Sebastian Bussmeyer (kleines Foto l.). Foto: gh

Rita Westhoff bleibt als „Tirolerin“ dem Wochenmarkt auf dem Domplatz wie in den vergangenen 21 Jahren treu. Als Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Marktbeschicker verabschiedete sich die 68-Jährige jedoch am Montagabend. Diesen Posten übernimmt ihr bisheriger Stellvertreter, Sebastian Bussmeyer. Der 33-Jährige erhielt die hundertprozentige Zustimmung der Händler. Auf den Platz des zweiten Vorsitzenden rückte Martin Winterhoff.

Rund 110 Marktbeschicker gehören dem Verein an, viele von ihnen nahmen an der Versammlung im Schlossgartenrestaurant teil. Rita Westhoff, seit 2006 im Vorstand und als Stellvertreterin von Wolfgang Hesse gestartet, betonte, dass der Verein in den kommenden Jahren sehr gut auf den Markt aufpassen müsse. Die Herausforderungen seien größer geworden, so Westhoff. Mit Blick auf den zunehmenden Onlinehandel müsse sich der Markt für seine Kunden gut aufstellen.

Bargeldlose Bezahlung ist das Thema

Ein erster Schritt wurde am Montagabend eingeläutet, denn die bargeldlose Bezahlung war ein Thema. Sebastian Bussmeyer hat selbst bereits die praktische Erfahrung an seinem Fischstand machen dürfen. „Das war die Premiere auf dem Markt.“ Aber auch umweltfreundliche Verpackungen sind gefragt, darüber informierte Anne M. Schult, die ein Start-up für nachhaltige Werbemittel gegründet hat.

Rita Westhoff lobte am Montag die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. „Wir werden einbezogen, wenn Plätze neu zu vergeben sind.“ In der Praxis können sich zunächst die Händler intern um den freien Platz bewerben, bevor ein neuer Beschicker zugelassen wird. Damit sei gewährleistet, so Westhoff, dass ein „Sahneplatz“ gerecht vergeben wird.

Jahresbeitrag soll gleich bleiben

Die scheidende Vorsitzende ging mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Aber genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte die 68-Jährige. „Es ist nicht gut, am Job zu kleben“, fügte sie hinzu. Dennoch waltete sie bis zum Schluss ihres Amtes.

Der Kassensturz wies eine gute Bilanz auf. Westhoff riet, weiter beim Jahresbeitrag von 120 Euro zu bleiben, um zahlungsfähig zu bleiben. Allein der Taschenwagen auf dem Markt verschlingt eine erhebliche Summe. Ein neuer und doppelt so großer Taschenwagen rollt noch in diesem Sommer auf den Domplatz, berichtete der Verein.

Lehmkuhl zieht Bilanz

Thomas Lehmkuhl von der Stadt zog nach seinem ersten Jahr als Marktmeister Bilanz. Er berichtete von Stromkosten in Höhe von 1500 Euro, die anfänglich niemandem zugeordneten werden konnten. Dieses Minus sei auf 200 Euro reduziert worden. Lehmkuhl warb für Transparenz bei der Platzvergabe. Er könne zwar auf eine Reserveliste zurückgreifen, aber einzelne Geschäftszweige dürften nicht überstrapaziert werden, so Lehmkuhl. Die Liste sei zum Großteil mit Imbissbewerbern gefüllt.

Der Markt am Mittwoch war ein Thema und in diesem Zusammenhang die Zuverlässigkeit der Händler. Lehmkuhl sprach über Regeln. Wenn Standgelder nicht gezahlt würden oder Händler wochenlang fernblieben ohne sich abzumelden, dann sei dies ein Grund, dass sie nicht mehr dastehen würden. Kritisch betrachtet wird von den Händler auf dem Markt das Thema Saisonstände. Sie schöpften den Rahm ab und seien dann wieder weg, hieß es.

Kommentar

Ihre Diplomatie als Vorsitzende der Marktbeschicker auf dem Domplatz ist unbestritten. Rita Westhoff ist bei ihren Kollegen anerkannt und akzeptiert. Aber auch bei der Stadt fand sie als Vorsitzende des Vereins mit über 100 Markthändlern Gehör. Ihre Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Probleme zwischen Stadtfestmachern und Markthändlern haben sich beispielsweise in Luft aufgelöst.Die Stadt weiß inzwischen, was der Markt und auch der Verein der Markthändler für eine Bedeutung hat. Münsters Wochenmarkt ist weit über die Grenzen hinaus bekannt – ein dickes Werbe-Pfund, mit dem man wuchern kann.Die bisherige Vorsitzende hat ihre Aufgabe sehr ernst genommen. Sie weiß, dass viele Dinge nur mit einer zuverlässigen Marktgemeinschaft zu erreichen sind. Darum ist es für Rita Westhoff selbstverständlich und auch eine Frage der Haltung, dass man sich abmeldet, wenn man mal als Händler nicht zum Markt kommen kann.Damit hat nun ihr Nachfolger im Amt, Sebastian Bussmeyer, zu tun. Der 33-Jährige tritt ein schweres Erbe an.

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