Immer mehr Briefwähler
Ein Viertel hat in Münster schon über Europa abgestimmt

Münster -

Die Briefwahl boomt: Immer mehr Wähler aus Münster stimmen nicht mehr am Wahlsonntag ab. Schon jetzt hat in Münster rund ein Viertel aller Wahlberechtigten einen Wahlschein beantragt.

Dienstag, 21.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.05.2019, 19:09 Uhr
Rund jeder vierte Wahlberechtigte in Münster hat seine Stimme für die Europawahl bereits abgegeben – per Briefwahl.
Rund jeder vierte Wahlberechtigte in Münster hat seine Stimme für die Europawahl bereits abgegeben – per Briefwahl. Foto: dpa

Der Trend zur Briefwahl zeigt eindeutig nach oben. Bis Dienstag hatten in Münster bereits gut 57 000 der rund 234 000 Wahlberechtigten einen Wahlschein beantragt. Das bedeutet, dass sie entweder im städtischen Wahlbüro am Aegidiimarkt direkt abgestimmt oder Briefwahlunterlagen per Post oder online beantragt haben. Die aktuelle Zahl der Wähler, die nicht direkt am Wahlsonntag abstimmen, liegt damit schon jetzt um mehr als 10 000 höher als bei der Europawahl 2014, die gleichzeitig mit der Kommunalwahl stattfand.

Auch im Internet werden in den letzten Tagen vor dem Wahlsonntag beim Wahlamt noch in großer Zahl Unterlagen angefordert, heißt es bei der Stadt. Dies sei, gemessen an Erfahrungen mit früheren Wahlen eher untypisch, so eine Sprecherin.

Kritik vom Bundeswahlleiter

Damit liegt jetzt bereits der Anteil der Briefwähler in Münster bei rund 25 Prozent. Die auch bundesweit wachsende Zahl der Menschen, die nicht am Wahltag abstimmen, wurde am Dienstag vom Bundeswahlleiter kritisch beurteilt – er sieht damit das Prinzip gleicher und geheimer Wahlen unterhöhlt. „Der Bedarf der Wähler ist ein anderer“, sagt dazu Uwe Kupferschmidt, Leiter des Amtes für Bürger- und Ratsservice. Besonders in einer Hochschulstadt wie Münster, wo viele Studierende am Wochenende in ihre früheren Heimatorte fahren.

Münsteraner stimmen für Europa

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  • Foto: Klaus Altevogt, Grafik: Ann-Kathrin Schriever
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Die Stadt hat dem Trend zur Briefwahl entsprechend die Zahl der Briefwahlbezirke von 65 bei der letzten Europawahl vor fünf Jahren auf 89 erhöht.

Wahlkarten nicht angekommen

Parallel erhalten auch in diesen Tagen nach Aussage Kupferschmidts immer noch Münsteraner Wahlbenachrichtigungen. Durch Zustellprobleme seien die Karten nicht überall angekommen. So an der Franz-Meis-Straße in Mecklenbeck, wie eine Leserin schreibt – und argwöhnt, dass es durch die lückenhafte Zustellung wohl nichts mit dem landesweiten Wahlbeteiligungsrekord werde, zu dem Oberbürgermeister Lewe aufgerufen habe. Uwe Kupferschmidt weist darauf hin, dass auch der Personalausweis reicht, um abzustimmen.

Am Sonntag werden rund 2500 Wahlhelfer im Einsatz ein. „Alle Wahllokale können ausreichend besetzt werden“, sagt Kupferschmidt, der sich gleichwohl noch über die Meldung zusätzlicher Freiwilliger freut. Wer noch bei der Wahl helfen möchte, kann sich im städtischen Wahlbüro melden. Dort werden noch bis Freitag um 18 Uhr Stimmen entgegengenommen.

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