Portalpraxis leitet Patienten
Notfallmedizin am Franziskus neu organisiert

Münster -

Die Notaufnahme am Franziskus-Hospital organisiert sich neu. Hier öffnet am 5. Juni die zweite sogenannte „Portalpraxis“ in Münster – wo niedergelassene Ärzte und Krankenhausmediziner Hand in Hand arbeiten – wovon alle Patienten profitieren sollen.

Donnerstag, 23.05.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 18:51 Uhr
An diesem Tresen der neu eingerichteten „Portalpraxis“ im St.-Franziskus-Hospital melden sich alle Patienten mit ihren Beschwerden. Sie werden dann je nach Schweregrad ihrer Erkrankung von niedergelassenen Ärzten vor Ort oder von den Krankenhausärzten behandelt. Klaus Abel, Geschäftsführer am St.-Franziskus-Hospital (v.l.), Chefarzt Stephan Braune und der niedergelassene Arzt Hendrik Oen von der Kassenärztlichen Vereinigung freuen sich auf den Start am 5. Juni.
An diesem Tresen der neu eingerichteten „Portalpraxis“ im St.-Franziskus-Hospital melden sich alle Patienten mit ihren Beschwerden. Sie werden dann je nach Schweregrad ihrer Erkrankung von niedergelassenen Ärzten vor Ort oder von den Krankenhausärzten behandelt. Klaus Abel, Geschäftsführer am St.-Franziskus-Hospital (v.l.), Chefarzt Stephan Braune und der niedergelassene Arzt Hendrik Oen von der Kassenärztlichen Vereinigung freuen sich auf den Start am 5. Juni. Foto: Matthias Ahlke

Ein solcher Fall ist in den Notaufnahmen der Krankenhäuser schon fast zur Regel geworden: Ein Patient kommt am späten Freitagnachmittag, die Praxis seines Hausarztes ist schon geschlossen. Er klagt über einen Hautausschlag, der ihn eigentlich schon die ganze Woche geplagt hat. 70 bis 75 Menschen suchen in der Regel täglich die Notaufnahme des St.-Franziskus-Hospitals auf – „und nicht wenige sind darunter, die nicht in ein Krankenhaus, sondern die Behandlung eines niedergelassenen Arztes gehören“, sagt Dr. Stephan Braune, Chefarzt der Intensivmedizin und der Notaufnahme am Franziskus-Hospital.

Das Problem dabei: Die Notfallaufnahme ist stark frequentiert, die Mediziner des Krankenhauses haben weniger Zeit, sich um wirklich dringende Notfälle zu kümmern.

Portalpraxis geht an den Start

Um alle Patienten besser behandeln zu können, öffnet am Franziskus-Hospital am 5. Juni die zweite sogenannte Portalpraxis in Münster. Hier arbeiten niedergelassene Ärzte im Notdienst am Wochenende von 9 bis 21 Uhr sowie mittwochs und freitags jeweils von 14 bis 21 Uhr Hand in Hand. Der Betrieb wird nach dem erprobten Modell in der Raphaelsklinik organisiert, erläutert Dr. Henrik Oen, Leiter der Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung.

Wer die Portalpraxis im Franziskus-Hospital ansteuert, schildert in einem neu eingerichteten Thekenbereich direkt auf der Empore neben der Rolltreppe im Foyer seine Beschwerden. In den angrenzenden Behandlungsräumen klären Mediziner, ob der Patient oder die Patientin besser von einem niedergelassenen Arzt behandelt wird oder von den Kollegen des Krankenhauses – „zum Vorteil aller Beteiligten“, betont Klaus Abel, Geschäftsführer des Franziskus-Hospitals.

Geringere Wartezeiten

Die Wartezeiten würden sich voraussichtlich verringern, skizziert er. Bisher erleben Patienten mit weniger dringenden Beschwerden, dass sie mitunter in der Notaufnahme sehr lange warten müssen, weil das Personal sich immer wieder um Patienten kümmern muss, die etwa mit den Symptomen eines Infarktes kommen. Und bei Bedarf stehe die Infrastruktur des Krankenhauses zur Verfügung – die radiologische Abteilung ist zum Beispiel gleich nebenan.

Die rund 500 niedergelassenen Ärzte in Münster wechseln sich mit den Notdiensten ab und behandeln dann in den Räumen des Franziskus-Hospitals. Die Erfahrungen mit den so organisierten Portalpraxen, so Henrik Oen, seien sehr gut. Neben der weiteren Portalpraxis in der Raphaelsklinik gibt es in Münster noch die augenärztliche Notfallpraxis in der Uni-Augenklinik und die kinderärztliche Notfallpraxis am Clemenshospital.

Die neue Portalpraxis steht im Franziskus-Hospital am Hohenzollernring an den Öffnungstagen bis 21 Uhr zur Verfügung, danach versorgt nachts die herkömmliche Notaufnahme die Patienten. „Erfahrungsgemäß lässt der Zustrom der Patienten in den späteren Abendstunden nach“, erklärt Stephan Braune.

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