Beschuldigte aus dem Münsterland
Kinder in Münster sexuell missbraucht - Drei Männer angeklagt

Münster -

Fünf Jungen zwischen elf und 13 Jahren sollen von zwei Münsteranern und einem Mann aus dem Kreis Warendorf sexuell missbraucht worden sein. In der Anklageschrift gibt die Staatsanwaltschaft Näheres zu den Fällen bekannt.

Freitag, 24.05.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 14:55 Uhr
Beschuldigte aus dem Münsterland: Kinder in Münster sexuell missbraucht - Drei Männer angeklagt
Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen drei Männer aus dem Münsterland Anklage erhoben wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen drei Angeschuldigte wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern Anklage erhoben, über deren Zulassung jetzt das Landgericht zu entscheiden hat. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilt, liegen der Anklageschrift insgesamt elf Tatvorwürfe zum Nachteil von fünf Jungen zugrunde, die zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten zwischen 11 und 13 Jahre alt waren.

Einem 38-jährigen Mann aus Münster werden dabei insgesamt acht Taten des sexuellen Missbrauchs von Kindern vorgeworfen, von denen drei als schwerer sexueller Missbrauch bewertet werden. Einem 52-jährigen Angeschuldigten aus dem Kreis Warendorf sowie einem 50-jährigen Mann aus Münster wird jeweils eine Tat des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zur Last gelegt.

Zu der angeklagten Tat des Mannes aus dem Kreis Warendorf soll der 38-jährige Münsteraner zudem Beihilfe geleistet haben, indem er den Kontakt zwischen dem Mitangeschuldigten und dem Kind ermöglicht und ein Treffen in seiner Wohnung arrangiert haben soll.

Kinder teils mehrfach missbraucht

Die beiden aus Münster stammenden Angeschuldigten sollen eine der angeklagten Taten wechselseitig gemeinsam zum Nachteil desselben Kindes begangen haben. Eine der sexuellen Handlungen soll der 38-jährige an zwei Jungen anlässlich eines gemeinsamen Treffens vorgenommen haben. 

Die angeklagten Missbrauchstaten sollen in der Wohnung des 38-jährigen Angeschuldigten und im Wesentlichen zwischen Dezember 2017 und Februar 2019 stattgefunden haben; eine Tat zum Nachteil eines Kindes soll sich im März 2012 zugetragen haben.

Einige dieser Kinder sollen mehrfach, andere einmal Opfer von Missbrauchshandlungen geworden sein.

Im Fußballverein kennengelernt

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen waren die Kinder dem 38-jährigen Angeschuldigten durch gemeinsame Freizeitaktivitäten bekannt, berichtet die Staatsanwaltschaft. Der Angeschuldigte verbrachte demnach viel Zeit mit diesen und anderen Kindern bzw. Jugendlichen in einer Soccerhalle in Münster.

Hierhin lud er die Kinder und Jugendlichen zum Fußballspielen ein, führte mit ihnen Hip-Hop-Projekte durch oder besuchte Fast-Food-Restaurants, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Zudem hätten ihn die Kinder in seiner Wohnung besucht. Der Angeschuldigte habe drei der mutmaßlich missbrauchten Kinder über einen Fußballverein in Münster kennengelernt, ohne allerdings deren Trainer gewesen zu sein.

Kontakt zu Jungen vermittelt

Der 38-Jährige fand zu den Mitangeschuldigten Kontakt über eine Internetplattform, berichtet die Staatsanwaltschaft weiter. Es habe sich dabei um zufällige Bekanntschaften gehandelt. Anhaltspunkte dafür, dass die Angeschuldigten gezielt ein Netzwerk aufgebaut haben, um Kinder oder Jugendliche sexuell zu missbrauchen oder dass sie vorgeworfene Missbrauchstaten gefilmt oder sonst dokumentiert haben, haben sich nach den bisherigen Ermittlungen nicht ergeben.

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass die dem 50- und 52-Jährigen zur Last gelegten Vorwürfe nur dadurch möglich waren, dass der 38-jährige zahlreiche Kinder kannte. Der Angeschuldigte aus dem Kreis Warendorf soll in Chats wiederholt verlangt haben, dass ihm Kontakt zu Jungen verschafft werden sollte. In dem insoweit angeklagten Fall soll der 38-jährige diesem Ansinnen nachgekommen sein.

38-Jähriger geständig 

Der 38-jährige Angeschuldigte hat die in der Anklageschrift erhobenen Vorwürfe in polizeilichen Vernehmungen eingeräumt.

Der Angeschuldigte aus dem Kreis Warendorf hat eine sexuelle Handlung mit einem Jungen bestätigt, indes angegeben, dass er davon ausgegangen sei, der Junge sei 16 Jahre alt.

Der Mitangeschuldigte aus Münster bestreitet den Tatvorwurf. Die drei Tatverdächtigen befinden sich gegenwärtig in Untersuchungshaft.

Ermittlungen dauern an

Wegen des in Haftsachen zu beachtenden Grundsatzes der Beschleunigung hat die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt die Anklage erhoben, da die vorgeworfenen Taten nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hinreichend sicher aufgeklärt sind.

Die Ermittlungen der beim Polizeipräsidium Münster eingerichteten Ermittlungskommission dauern trotz der Anklageerhebung ebenso an wie in dem gesonderten Ermittlungsverfahren, in dem einem weiteren Beschuldigten vorgeworfen wird, einen Jugendlichen sexuell missbraucht zu haben.

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