Ballettgala im Großen Haus
Innig vor Innenstadt-Kulisse

Münster -

Zum siebten Mal ist es Tanya und Julio Acevedo gelungen, für ihre Gala „balletto and friends“ international renommierte Tanzprofis ins Große Haus zu holen. Erneut begeisterten sie ihr Publikum im ausverkauften Theater.

Sonntag, 26.05.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 18:04 Uhr
Innige Schritte vor der Prinzipalmarkt-Kulisse im Großen Haus: Katherine Rodríguez und Lucas Alarcón beim „Solo por Astor“.
Innige Schritte vor der Prinzipalmarkt-Kulisse im Großen Haus: Katherine Rodríguez und Lucas Alarcón beim „Solo por Astor“. Foto: Linda Ellamaa

Mit flinken, kleinen Schritten gleitet der schwarz gekleidete Tänzer über die Bühne, während aus dem Off Astor Piazollas Tangomusik ertönt. Wie ein Schatten wirkt der Solist vor Münsters abendlichem Prinzipalmarkt, der, auf die Bühnenwand projiziert, eine stimmungsvolle Kulisse für faszinierenden Tanz der Gegensätze bildet: Mal setzt Lucas Alarcón zum Sprung an, um mit grandiosen Drehungen und Wendungen zu brillieren, dann wieder hält er inne, findet scheinbar mühelos die Balance, einer unbestimmten Sehnsucht nachspürend.

Eduardo Yedros Choreografie „Solo par Astor“ ist eine bezwingende Mischung aus Tango und klassischem Tanz. Melancholie und Verwegenheit machen den Reiz dieses technisch lupenrein getanzten Solos aus, das umso faszinierender wirkt, wenn Katherine Rodríguez auftritt. So kraftvoll sich der Tanz ihres Partners darstellt, so filigran wirkt die Erste Solistin des „Ballett de Santiago“ (Chile). Ein faszinierender Pas de deux, der durch schnelle Tempowechsel, ausdrucksstarke Posen und exaktes Timing begeistert.

Alarcón und Rodríguez gehören zu den Stars der Stars. Zum siebten Mal ist es Tanya und Julio Acevedo gelungen, für ihre Gala „balletto and friends“ international renommierte Tanzprofis ins Große Haus zu holen, erneut begeisterten sie ihr Publikum im ausverkauften Theater. Stand bis dato Carsten Höfer als Moderator auf der Bühne, so führten die charmanten Acevedos diesmal selbst durch das abwechslungsreiche Programm, das auch dem talentierten Nachwuchs ihrer Ballettschule „Interdance“ die große Bühne bot, allen voran Romy Krenkler, die als „Sterbender Schwan“ eine stolze Leistung vollbrachte.

Für Begeisterungsstürme sorgte der erst kürzlich zum Kammertänzer ernannte Marian Walter vom Staatsballett Berlin. „Lacrimosa“ ist ein berührendes, sakral anmutendes Solo über die Verletzlichkeit menschlicher Existenz. Der Ausnahmetänzer bringt Gyula Pandis anspruchsvolle Choreografie mit grandioser Leichtigkeit und starkem künstlerischen Ausdruck auf die Bühne und brilliert erneut in einer klassischen Rolle aus „Le Corsaire“ an der Seite der wandlungsfähigen Katherine Rodríguez. Letztere begeisterte auch als schwarzer Schwan in einer Choreografie von Tanzlegende Marcia Haydée.

Boten Kamill Ariston Chudoba und die junge Ewelina Wszolek Glanzmomente des klassischen Tanzes, so setzten Filipa de Castro und Carlos Pinillos aus Portugal und Spanien berührend-zeitgenössische Akzente. Für die Gala wählten sie unter anderem Mauro Bigonzettis „Cantata“, ein leidenschaftliches Stück um Trennung, Abschied und Verlust, das noch lange nachwirkt. Stehende Ovationen.

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