Reaktionen auf den Nahles Rückzug
Schulze bedauert Nahles Rückzug – Stimmen aus Münster gegen Groko

Münster -

Der Rückzug von SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles sorgt in Münster für Bestürzung. Zugleich werden Stimmen gegen die Groko laut.

Sonntag, 02.06.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 16:48 Uhr
Bundesumweltministerin Svenja Schule
Bundesumweltministerin Svenja Schule Foto: Gunnar A. Pier

Führende SPD-Politiker aus Münster zeigen sich über den überraschenden Komplett-Rückzug der bisherigen Partei- und Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles bestürzt. „Ich bin fassungslos über das, was wir in den letzten Tagen erlebt haben“, sagt der münsterische SPD-Chef Robert von Olberg. „Ich habe erhebliche Zweifel, dass allein das Auswechseln von Personal der SPD in der derzeitigen Krise weiterhilft.“ Die Probleme seien inhaltlicher und strategischer Natur.

Zugleich stellt von Olberg die Zusammenarbeit mit der CDU in der großen Koalition in Berlin infrage: „Die Groko ist eine erhebliche Belastung.“ Dass der künftige Weg der SPD „eher außerhalb der Regierungskoalition liegt“, glaubt SPD-Ratsfraktionschef Dr. Michael Jung. Unter Verweis auf die Europawahl stellt er fest: „Die Wähler haben uns die rote Karte gezeigt.“

Rückzug die Konsequenz einer Entwicklung

Bundesumweltministerin Svenja Schulze aus Münster erklärt gegenüber unserer Zeitung: „Andrea Nahles ist eine tolle Frau mit einem sehr klaren sozialdemokratischen Kompass. Sie wird der SPD fehlen. Auch mit ihren Ecken und Kanten.“ Sie habe allergrößten Respekt vor dem, was Nahles in den vergangenen Jahren geleistet habe. „Sie war eine sehr gute Arbeitsministerin und hat in einer schwierigen Situation Fraktion und Partei so gut es ging zusammengehalten“, so Schulze. Sie hatte am Montag nach der für die SPD desaströs verlaufenen Europawahl erklärt, eine personelle Neuaufstellung an der SPD-Spitze sei nicht die Lösung.

Gefragt ist nun nach Meinung von Ratsfraktionschef Jung ein gutes inhaltliches Programm, dazu gehöre die Klimapolitik und eine Auseinandersetzung mit den Grünen, wie die Bekämpfung des Klimawandels sozialverträglich gestaltet werden könne. Der Rückzug von Nahles sei die Konsequenz einer Entwicklung. Dieser beinhalte eine „große Tragik“ und bedeute eine „schwierige Situation für die SPD“. Er fühle mit Nahles und bedauere die Entwicklung.

Jung wie von Olberg kritisieren die durch gestreute Gerüchte mitausgelöste Demontage der Parteichefin. Diejenigen seien ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, so Münsters SPD-Chef. „Wer in den vergangenen Wochen vieles besser gewusst hat, hat jetzt die Chance es zu zeigen“, nimmt Jung die parteiinternen Nahles-Kritiker in die Pflicht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6660452?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker