Wrestling-Event
Wilde Schlacht nach Drehbuch

Münster -

Beim Wrestling geht es um die Show – und die hat in Münster offenbar viele Fans: Mit 280 Zuschauern beim Event „Road to Superstars of Wrestling“ war die Sputnikhalle so gut wie ausverkauft.

Sonntag, 02.06.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 10:33 Uhr
Die Wrestling-Show „Road to Superstars of Wrestling“ begeisterte 280 Zuschauer in der Sputnikhalle.
Die Wrestling-Show „Road to Superstars of Wrestling“ begeisterte 280 Zuschauer in der Sputnikhalle. Foto: con

Die Luft ist etwas stickig, dicht gedrängt stehen die Fans, dann betreten die Kämpfer einzeln die Bühne gegenüber dem Wrestling-Ring. Sie werden vom Moderator angekündigt, posen in bunter Montur, lassen mit Applaus zum Ring begleiten. Die Glocke ertönt.

Zwei, drei oder vier Kämpfer beginnen eine wilde Schlacht. Sie knallen auf den Boden, werfen sich auf den Gegner, springen von den Seilen, aus der Ringecke, wirbeln durch die Luft, imponieren mit Drohgebärden und Kampfrufen. Zwischendurch feuert sie die Menge an, stöhnt mit auf, applaudiert für besonders gewagte Aktionen und schreit immer wieder im Chor „Auf die Fresse“ oder „Lass ihn gehen“.

Und doch ist die Atmosphäre höflich, freundlich, entspannt, schließlich ist Wrestling eine Schaukampf-Sportart, bei der der Sieger schon vor dem Match feststeht. Es geht um die Show.

Die hieß am Freitag „Road to Superstars of Wrestling“ und war in der Sputnikhalle mit 280 Zuschauern so gut wie ausverkauft. Der Dresdner Ilja Dragunov und der Amerikaner Brian Gace boten ein Duell. Walter wurde gefeiert, Julian Pace, Freedom Yuta, Bobby Gunns und Lucky Kid bewundert. Aber auch einige Frauen, wie Baby Allison, für ihre Dropkicks, Slams, Submissions und viele andere Techniken wurden bejubelt.

Der Aachener Wrestler Julian Pace mit seinem gelb-roten Glitzer-Anzug fand das münsterische Publikum „perfekt, sehr laut“. Es müsse mitgehen, schon wenn die Kämpfer hinauskommen. „Je lauter, desto besser“ ist seine Devise, und in Münster war es für ihn „ein geiles Match“.

Ein Zuschauer erzählt, dass er früher selbst gekämpft hat und betont wie schwer das ist, was so leicht aussieht. Immer noch fiebere er mit, das sei wie eine Fernsehserie, nur eben alles live. Ein anderer Kämpfer schwärmt vom Publikum in Münster: „Die Stimmung stimmt. Man ist mit den Leuten connected. Sehr, sehr gut“. Und Baby Allison hatte vor Jahren mit ihrem Bruder mit dem Wrestling begonnen, er hörte auf, sie blieb dabei, seit 2016, trotz zweier Kreuzbandrisse und einem Meniskusschaden. „Super, unglaublich, viel Spaß, richtig coole Energie“ so erlebt sie den Abend in der Sputnikhalle.

Und mittendrin steht der vierzehnjährige Tim mit seinem Vater. Beide sind extra aus Wetter angereist. Bislang kannte Tim Wrestling nur vom Internet und ist fasziniert von den Reaktionen und der Atmosphäre.

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