Schlaun-Wettbewerb
Bauen mit Blick auf den Klimawandel

Münster -

Städtebau und Architektur stehen im Zentrum einer gravierenden Herausforderung: Der Festvortrag beim achten Schlaun-Wettbewerb für Studierende und junge Planer der Fachrichtungen Städtebau und Architektur hatte den dazu passenden Titel „Wohnen, Stadt und Gerechtigkeit – was tun in einer angespannten Lage?“.

Sonntag, 02.06.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 23:30 Uhr
Ehrung im Erbdrostenhof: Hochwertige Konzepte für Städtebau und Architektur gab es beim 8. Schlaun-Wettbewerb.
Ehrung im Erbdrostenhof: Hochwertige Konzepte für Städtebau und Architektur gab es beim 8. Schlaun-Wettbewerb. Foto: Andreas Hasenkamp

Der Hamburger Oberbaudirektor a.D., Prof. Jörn Walter, nahm kein Blatt vor den Mund. Wohnkosten beanspruchten einen steigenden Teil des Einkommens – nicht nur in finanziell schwachen Kreisen. Die Preise beruhten häufig auf Mitnahmeeffekten statt auf Leistung. Vergesellschaftung gehe zwar mit dem Grundgesetz konform, daran hingen aber Gerichtsverfahren und Entschädigungen.

Dem Fachmann zufolge gäbe es andere Optionen: Bodenfonds könnten ein politisches Signal sein, der finanzielle Gewinn falle aber gering aus. Hier müsse man sich am Ertragswert orientieren. Erbbaurechte seien bei wenig Eigenkapital interessant. Wichtig seien Konzept-Ausschreibungen, und man müsse den sozialen Wohnungsbau ernster nehmen. „Damit kommen wir einen Schritt weiter“.

Walter empfahl am Sonntag seriellen Wohnungsbau und warnte davor, über dem Neubauen das Modernisieren zu vernachlässigen: mit Rücksicht auf den Klimawandel.

Der neunte Ideenwettbewerb soll sich um ein Quartier in Münster drehen. Stadtbaurat Robin Denstorff stellte die Aufgabe vor. Gerade hier, im noch von der Bahnhofsnähe geprägten Bereich, wäre die Teilnahme von Studierenden des Bauingenieurwesens erfreulich, so Diplom-Ingenieur Jörg Frohn vom Schlaun-Forum.

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Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni im LVM-Foyer am Kolde-Ring zu sehen.

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Die aktuellen Preisträger hatten Ideen für eine Kaserne in Paderborn entwickelt: Bürgermeister Michael Dreier zeigte sich begeistert von den Konzepten der Studierenden aus Fachhochschulen und Universitäten von Hamburg bis Rapperswil in der Schweiz.

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