Überarbeitete Telefonzelle
Kunstvitrine in Gelb

münster -

Über Jahrzehnte gehörte die Telefonzelle zur Friedensschule. Doch ihren ursprünglichen Zweck erfüllte sie längst nicht mehr. Dennoch bleibt sie der Schule erhalten, denn drei Auszubildende gaben ihr eine neue Bestimmung.

Montag, 03.06.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 20:02 Uhr
Dr. Stephan Nonhoff (l.) und Ulrich Bertram (3.v.r.) freuen sich mit Nina Brück und Manfred Dömer (beide Licht- und Werbetechnik Hermann Brück) und den Azubis Ole Dahmen, Christopher Kowitz und Malte Wübker über die komplett überholte Telefonzelle.
Dr. Stephan Nonhoff (l.) und Ulrich Bertram (3.v.r.) freuen sich mit Nina Brück und Manfred Dömer (beide Licht- und Werbetechnik Hermann Brück) und den Azubis Ole Dahmen, Christopher Kowitz und Malte Wübker über die komplett überholte Telefonzelle. Foto: bm

Seit die Friedensschule 1969 nicht nur als erste Gesamtschule Münsters, sondern auch als eine der ersten in ganz Nordrhein-Westfalens eingeweiht wurde, findet sich in ihrem Inneren, nur wenige Meter entfernt vom Haupteingang, eine Telefonzelle. Jahrzehntelang diente sie den Schülern dazu, ihre Eltern anrufen zu können. Doch in Zeiten, in denen jeder ein Telefon in der Tasche hat, war die ursprüngliche Bestimmung der Telefonzelle nicht mehr gefragt. Die Arbeit einiger Auszubildender hat nun ihren Fortbestand gesichert.

„Eine Telefonzelle in einer Schule war damals ein revolutionärer Gedanke“, erklärt Schulleiter Ulrich Bertram. Immerhin sei es Ende der 60er-Jahre alles andere als eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass Schüler über den Mittag hinaus in der Schule blieben. Erst mit der Friedensschule kam der Ganztag nach Münster.

Doch so gute Dienste die Telefonzelle über die Jahre auch geleistet hat, zuletzt war sie nur noch als Treffpunkt von Nutzen. Zudem nagte der Zahn der Zeit an ihr.

Lehrer Dr. Stephan Nonhoff bekam die Aufgabe übertragen, sich der Telefonzelle anzunehmen. Schnell war klar, eine Renovierung kann sich die Schule nicht leisten. Die Telekom, immerhin früher mal Besitzer der Telefonzelle, bot anstatt einer Überholung auf Nachfrage an, eine neue Zelle aufzubauen. „Eine absurde Idee“, befindet Nonhoff noch heute. Die Lösung kam dann in Form eines Großvaters, denn der münsterische Unternehmer Hermann Brück hat ein Enkelkind auf der Schule. Er sicherte seine Hilfe zu, und so wurde aus der Telefonzelle ein Azubi-Projekt. In mühevoller Kleinarbeit bauten Ole Dahmen, Christopher Kowitz und Malte Wübker die Telefonzelle um, brachten Einlegeböden und Beleuchtung an. Und siehe da, aus der alten Telefonzelle, aus der schon vor Jahren die Technik ausgebaut worden war, ist eine abschließbare Vitrine entstanden, in der zukünftig Kunstprojekte ausgestellt werden sollen.

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