Verdi-Streik in Münster
270 Beschäftigte des Einzelhandels fordern lautstark mehr Geld

Münster -

Gelbe Westen, Trillerpfeifen und Transparente: Am Freitagmorgen haben 270 Beschäftigte des Einzelhandels ihre Arbeit wegen der schleppenden Tarifverhandlungen niedergelegt und sind mit lautstarkem Protest durch die Innenstadt gezogen. Das hatte auch Auswirkungen auf Geschäfte in Münster.

Freitag, 07.06.2019, 13:15 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 14:07 Uhr
Verdi-Streik in Münster: 270 Beschäftigte des Einzelhandels fordern lautstark mehr Geld
Wegen der festgefahrenen Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi zu Streiks im Einzelhandel, sowie im Groß- und Außenhandel aufgerufen. Am Freitag zogen 270 Beschäftigte des Einzelhandels vom Schloss in die Innenstadt und wieder zurück. Foto: Ahlke

Ab 9.30 Uhr stärkten sich die 270 Streikenden, die aus Marl, Gelsenkirchen, Oelde und vielen weiteren Städten nach Münster gekommen waren, im Schlossgarten Café mit einem Frühstück, ehe sie während des Protestmarsches durch die Innenstadt mit voller Kraft in die Trillerpfeifen pusteten. Ihre Forderung: 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Als respektlos bezeichnete Gaby Beuing vom Verdi-Bezirk Münsterland am Morgen das Angebot der Arbeitgeber zu Entgelterhöhungen im Einzelhandel von 1,5 Prozent zum 1. Mai 2019 und weitere ein Prozent zum 1. Mai 2020. In beiden Branchen lägen die Angebote unterhalb der Preissteigerung und bedeuteten Reallohnverluste für die Beschäftigten, so ihre Kritik.

"Ohne uns kein Geschäft"

Volker Nicolai-Koß vom DGB Münsterland sagte in seiner Ansprache, dass 6,5 Prozent für die Unternehmen ein "Fliegenschiss" sei. Man werde die Arbeitgeber so lange unter Druck setzen, bis die Forderungen akzeptiert würden. Verdi-Landesfachbereichsleiterin Silke Zimmer mahnte außerdem an, dass die Bindung an den Tarif in der Branche immer stärker nachlasse. Zum Ende der Kundgebung skandierten die Beschäftigten "Ohne uns kein Geschäft".

Streik im Einzelhandel in Münster

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  • Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik in Kaufhäusern und Großmärkten aufgerufen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In Münster hatten sich zu Beginn der Protestaktion Beschäftigte des Einzelhandels im Schlossgarten-Café versammelt.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Mit Hilfe des Streiks wollen Gewerkschaft und Beschäftigte die Arbeitgeber zu einem Entgegenkommen in den festgefahrenen Tarifverhandlungen im Einzel- sowie im Groß- und Außenhandel bewegen.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Zum Streik aufgerufen waren auch die Mitarbeiter in zehn Betrieben im Münsterland – davon sechs in Münster. 

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Zu Beginn der Protestaktion in Münster sprachen: Volker Nicolai-Koß (DGB Münsterland)...

    Foto: Pjer Biederstädt
  • ...Verdi-Landesfachbereichsleiterin Silke Zimmer...

    Foto: Pjer Biederstädt
  • ...und Jutta Schultz (Verdi-Bezirksgeschäftsführerin) zu den Streikenden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Gegen 11 Uhr setzte sich der Demonstrationszug am Schloss in Bewegung.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Rund 270 Beschäftigte des Einzelhandels beteiligten sich in Münster am Streik.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Demonstrationszug führte durch die münsterische Innenstadt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es folgen weitere Impressionen vom Protestzug....

    Foto: Pjer Biederstädt
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  • Foto: Matthias Ahlke

Verdi hat auf das "unverschämte Angebot", wie es Jutta Schultz, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi am Freitagmorgen nannte, mit Streiks reagiert. Nicht nur am Freitag (7. Juni) gingen die Beschäftigten auf die Straße, auch für Samstag (8. Juni) sind Streiks geplant. Dazu aufgerufen sind die Mitarbeiter in zehn Betrieben im Münsterland – davon sechs in Münster.

Merklich weniger Personal

Die Auswirkungen waren am Vormittag in den Kaufhäusern Galeria Kaufhof und Karstadt, aber auch in den Marktkauf-Filialen Loddenheide und Gievenbeck zu spüren. "Ich wollte etwas abholen, da wurde ich erstmal von einer Person zur anderen quer durch den Laden geschickt", erzählte Kaufhof-Kundin Vera Laue um kurz nach 11 Uhr auf der Ludgeristraße. Sie habe während ihres Einkaufs bemerkt, dass merklich weniger Personal im Geschäft gewesen sei. 

Nach Angaben des Unternehmens fehlten in der Kaufhof-Filiale am Freitag 70 Prozent von denen, die hätten Dienst machen sollen. Man koche personell auf Sparflamme, sodass der gewohnte Service nicht gewährleistet werden könne. Sowohl Kaufhof als auch Karstadt hätten aber regulär geöffnet, das gelte auch für den Samstag (8.6.).

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