Prozess nach Feuer an der Beckhofstraße
Waren Stimmen im Kopf Auslöser für Wohnungsbrand?

Münster -

Ein Haus an der Beckhofstraße in Münster stand an einem frühen Oktober-Morgen 2018 in Flammen. Eine 60-Jährige Frau steht dafür seit Freitag vor Gericht. Muss sie in eine psychiatrische Klinik?

Freitag, 07.06.2019, 14:37 Uhr aktualisiert: 07.06.2019, 14:46 Uhr
Feuer an der Beckhofstraße am 26. Oktober 2018 
Feuer an der Beckhofstraße am 26. Oktober 2018  Foto: hpe

Menschen wurden an diesem frühen Morgen glücklicherweise nicht ernsthaft verletzt. Der Sachschaden war gleichwohl beträchtlich. Am 26. Oktober 2018 gegen 5.50 Uhr schlugen die Rauchwolken aus einem dreieinhalbgeschossigen Wohnhaus an der Beckhof­straße unweit der Ostmarkstraße. Das Feuer griff teils auf das Gebäude über, die schnell eintreffende Wehr verhinderte damals Schlimmeres.

Wegen schwerer Brandstiftung muss sich deshalb seit Freitag eine 60-Jährige Münsteranerin vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts verantworten. Ihr wird von der Anklagebehörde vorgeworfen für die Brandstiftung verantwortlich zu sein.

Schlafzimmer ausgebrannt

Die Frau, die die Hochparterre Wohnung in dem Acht-Parteien-Haus bewohnte, soll an dem besagten Morgen absichtlich die Matratze ihres Bettes in Brand gesetzt haben, wie es seitens der Staatsanwaltschaft heißt. Das Schlafzimmer brannte aus. Auch der angrenzende Flur sei in Brand geraten. Die Wohnung, in der das Feuer gelegt wurde, war danach zunächst unbewohnbar.

Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass die Angeklagte nur vermindert schuldfähig und aus diesem Grund die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus erforderlich sei. Die Frau habe sich zum Tatzeitpunkt in einem psychotischen Zustand befunden, heißt es.

Von Stimmen im Kopf angetrieben

Die Angeklagte ließ sich zum Prozessauftakt zur Sache ein. Sie sei von Stimmen in ihrem Kopf angetrieben worden, erklärte sie. Für das Verfahren, das am 1. Juli fortgesetzt wird, sind vier Verhandlungstage angesetzt worden.

Der Brand an der Beckhofstraße im vergangenen Oktober hielt die Feuerwehr in Atem, nachdem sie kurz zuvor bereits mit einem umgekippten Lastwagen auf der Autobahn beschäftigt war. Der Einsatz an der Beckhof­straße, die zwischenzeitlich gesperrt, war zog sich wegen der Nachlöscharbeiten länger hin.

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