Wechsel an der WLV-Spitze
Bauernpräsident Röring gibt Amt 2020 auf

Münster -

Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), Johannes Röring, wird 2020 sein Amt vorzeitig aufgeben. Dies kündigte Röring am Mittwoch in einer Gremien-Sitzung des WLV in Münster an. Der 60-Jährige, der zudem als direkt gewählter Abgeordneter für den Kreis Borken im Bundestag sitzt, war seit 2012 westfälischer Bauernpräsident.

Mittwoch, 12.06.2019, 14:40 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 17:56 Uhr
Wechsel an der WLV-Spitze: Bauernpräsident Röring gibt Amt 2020 auf
Johannes Röring tritt 2020 von seinem Amt als WLV-Präsident zurück. Foto: Gunnar A. Pier

„Nach intensiver Diskussion in der letzten Klausurtagung mit den Kreisvorständen und in Beratung mit meiner Familie und Bekannten habe ich mich dazu entschieden, im Frühjahr 2020 von meinem Amt zurückzutreten“, erklärte Röring am Mittwoch. Im März 2020 soll ein Nachfolger gewählt werden.

Röring galt innerhalb des Deutschen Bauernverbandes als höchst einflussreich und verhandelte auf europäischer und nationaler Ebene zahlreiche Abkommen im Bereich Landwirtschaft mit aus. Vor allem im Konflikt mit dem ehemaligen NRW-Agrarminister Johannes Remmel von den Grünen bezog Röring Position und warnte vor einer Überforderung der heimischen Landwirtschaft durch überzogene rechtliche Belastungen. Vor einigen Jahren erlitt Röring einen Schlaganfall, nach einer Rehabilitationszeit kehrte er aber wieder in seine Funktionen zurück.

Zuletzt musste Röring gegenüber der Bundestagsverwaltung einräumen,  Nebeneinkünfte aus zwei Ämtern beim Landwirtschaftsverlag und als Aufsichtsrat der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank nicht ordnungsgemäß angegeben zu haben. Auf die Frage, ob er bei einer Bundestagswahl für die CDU im Kreis Borken erneut antreten wolle, sagte er: „Ich stehe zur Verfügung. Ob ich antrete, ist Sache der Partei.“

 

 

Ein Kommentar zum Thema

Nach acht Jahren ist Schluss: Johannes Röring wird 2020 als Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes zurücktreten. Der 60-Jährige, der neben diesem Amt unter anderem auch noch direkt gewählter CDU-Bundestagsabgeordneter ist, macht damit den Weg frei für einen Neuanfang an der Spitze des einflussreichen Interessenverbandes.

Röring pflegt eher einen zurückhaltend-diplomatischen Stil. Dies sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bauernpräsident im Streit nicht nur mit grünen Agrarministern der Marke Johannes Remmel die Interessen der Bauern durchzusetzen verstand, sondern auch auf nationaler und europäischer Ebene Pflöcke einschlug. Doch die Zeiten wandeln sich. Keiner weiß, ob sich das Umfragehoch der Grünen irgendwann wieder in Luft auflöst oder ob es Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels ist. Die Bauern werden dabei oft zum Sündenbock gemacht, deren Waren man gern billig kauft, die Produktionsumstände aber harsch kritisiert.

Rörings Nachfolger wird daran gemessen, ob und wie er diesen Dialog zwischen Berufsstand und Verbrauchern, zwischen Verband und Politik zu meistern vermag. Keine leichte Aufgabe, keine kleinen Fußstapfen. | (Frank Polke)

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6685287?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker