Exponate im Bonner Museum
Münster ist im „Haus der Geschichte“ gut vertreten

Münster/Bonn -

Das Bonner „Haus der Geschichte“ feiert am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen. In der Sammlung ist Münster gut vertreten – die Exponate reichen von Kardinal von Galen bis zu Udo Jürgens.

Sonntag, 16.06.2019, 14:00 Uhr
In der Sammlung des Hauses der Geschichte befindet sich unter anderem dieser Ersttagsbrief zum 20. Todestag von Kardinal von Galen (1966).
In der Sammlung des Hauses der Geschichte befindet sich unter anderem dieser Ersttagsbrief zum 20. Todestag von Kardinal von Galen (1966). Foto: Haus der Geschichte Bonn

Seit 1973 dient die „Mediothek“ als Modell für den Aufbau von Schulbibliotheken in ganz Europa. Entwickelt wurde sie von Karlheinz Pötter an der münsterischen Friedensschule. In der „Mediothek“ befinden sich Schulbücher, Landkarten, Spiele zum Lernen sowie Geräte für den Unterricht – wie Overheadprojektoren, Beamer, Laptops, CD-Player und Diaprojektoren – an einem Ort.

Pötters Idee war so wegweisend, dass sie es bis in die Dauerausstellung im Bonner „Haus der Geschichte“ schaffte. „Dort stand die Mediothek direkt neben der Mondlandung“, erinnert sich der Münsteraner.

Exponate aus Münster

Inzwischen ist sie allerdings wieder abgebaut und ins Museumsdepot verfrachtet worden. „An der Stelle meiner Mediothek“, sagt Pötter und klingt dabei alles andere als begeistert, „steht nun ein Wasserwerfer der Polizei“.

In diesen Tagen feiert das „Haus der Geschichte“ seinen 25. Geburtstag. Auch wenn die „Mediothek“ aus der Dauerausstellung verschwunden ist – zumindest in den Archiven des bedeutenden Museums finden sich zahlreiche Exponate aus Münster, wie unser Überblick zeigt. Zum Beispiel eine Flugblattbroschüre mit dem Titel „Anklage gegen Gestapo“. Sie enthält unter anderem Auszüge aus der Predigt, die Kardinal von Galen, der „Löwe von Münster“ am 13. Juli 1941 in der Lambertikirche hielt. Die Alliierten druckten die Broschüre im Dezember 1941 und warfen sie über dem Deutschen Reich ab.

Hefte und Briefe aus Münster

Aus den Jahren 1984 und 1985 stammen zwei „Semesterspiegel“. In einem der beiden Hefte wird der Rücktritt von Bundestagspräsident Rainer Barzel im Zusammenhang mit der Flick-Spendenaffäre thematisiert, im anderen Heft über eine angebliche Verstrickung des RCDS in diese Flick-Affäre berichtet.

Am 22. März 1966 wurde eine 20-Pfennig-Briefmarke anlässlich des 20. Todestages von Kardinal von Galen herausgebracht – in einer Auflage von 30 Millionen Exemplaren. Auch der dazugehörige Ersttagsbrief befindet sich im Museums-Archiv.

Papstbesuch und Konzertplakate

„Papstbesuch in Münster“ ist ein weiteres philatelistisches Objekt in der Sammlung des Museums überschrieben: Es erinnert an die Visite von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 1987. Die Briefmarke zeigt die Mutter Gottes – auf Münster verweist ein Sonderstempel.

Daneben finden sich etliche Konzertplakate aus Münster im Bonner Archiv. „Udo 75“ hieß die Show von Udo Jürgens am 8. Oktober 1975. Auch Plakate, die auf Konzerte von Klaus Doldinger (1975), The Dubliners (1973), Otto Waalkes (1975) oder Reinhard Mey (1975) hinweisen, hat das Haus der Geschichte gesammelt.

Überraschendes und Kurioses

Auch Überraschendes haben die Historiker gesichtet. Zum Beispiel den Aufkleber „Junge Union für ein vielfarbiges Münster“, in der sich die Jugendorganisation in den 1980er-Jahren für „Multikulti“ stark machte. Oder einen Flyer für eine Japan-Party, die 2008 im Club Triptychon stattfand.

Geradezu kurios: eine Sammlung von „Margarinefiguren“ der Münsterländischen Margarine-Werke. Solche Figuren wurden seit den 1920er-Jahren zu Margarine-Packungen hinzugegeben. Sie wurden aus Pappe, Holz oder Metall hergestellt und zeigten zum Beispiel Engel oder Schafe. 1954 entschloss sich die Margarine-Industrie, solche Zugaben einzustellen.

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