Wanderreise mit Lamas zum Kirchentag
Pilgern für den Klimawandel

Münster -

Es ist eine Mischung aus Pilgern und Demonstrieren: Am Sonntagmorgen starteten die Teilnehmer des vierten ökumenischen Pilgerweges für Klimagerechtigkeit vom Domplatz in Münster. Mit dabei auch zwei Lamas, die rein klimatechnisch ja mit den Menschen in einem Boot sitzen. Krasse Herde...

Montag, 17.06.2019, 08:00 Uhr
Die Pilger treten für mehr Klimagerechtigkeit ein. Mit ihrer Pilgerreise von Münster nach Dortmund und weiter nach Bonn wollen sie auf ihre Ziele hinweisen. Für die Besitzerin der beiden Lamas, Pfarrerin Ulrike Schach, sitzen Mensch und Tier beim Klimawandel in einem Boot.
Die Pilger treten für mehr Klimagerechtigkeit ein. Mit ihrer Pilgerreise von Münster nach Dortmund und weiter nach Bonn wollen sie auf ihre Ziele hinweisen. Für die Besitzerin der beiden Lamas, Pfarrerin Ulrike Schach, sitzen Mensch und Tier beim Klimawandel in einem Boot. Foto: Oliver Werner

Ein merkwürdiges, fiependes Summen gaben die Lamas von sich. Am Samstagabend standen sie, von Pilgern an der Leine gehalten, auf der Wiese vor Haus Mariengrund in Gievenbeck.

Pfarrerin Ulrike Schaich wusste, warum die Lamas so unruhig waren: „Sie wundern sich, dass es nicht losgeht.“ Zwei Lamas werden die Klimapilger, die am Sonntag von Münster aus zu ihrer Pilgerreise nach Bonn aufbrachen, für eine Zeit lang begleiten.

Nach drei ökumenischen Pilgerwegen für Klimagerechtigkeit – nach Paris, Bonn und im letzten Jahr Katowice (Polen) – hat die Pilgerbasis für 2019 zum vierten Klimapilgerweg aufgerufen.

Münster symbolischer Startpunkt

Dieses Mal geht es zum Evangelischen Kirchentag in Dortmund und anschließend weiter nach Bonn zum Bundesumweltministerium. Symbolischer Startpunkt war Münster, wo im Vorjahr der Katholikentag ausgerichtet worden war.

30 Pilger gehören zum Kern der Gruppe, immer wieder schließen sich weitere Teilnehmer für eine Etappe an. „Die Lamas betrachten die Pilger als ihre Herde“, erklärte Schaich. Beim Treffen mit Dr. Rainer Hagencord vom Institut für Theologische Zoologie in Münster standen sie bereits am Samstag im Mittelpunkt.

Kraft- und Schmerzorte werden aufgesucht

Kraft- und Schmerzorte werden aufgesucht beim Pilgerweg, alles in Bezug auf Klima und Umwelt gesehen. Haus Ma­riengrund ist für die Pilger ein Kraftort, so wie die Nabu-Station in Hiltrup, die am Sonntag als Zwischenstopp diente. Der Rahmen sei zwar vorgegeben, vieles geschehe aber unvorhersehbar: Gespräche, Begegnungen, Mitpilger.

Was als einmaliges Ereignis 2015 geplant war, findet nun bereits zum vierten Mal statt, als ökumenische und umweltpolitische Tour von Protestanten und Katholiken, Klima- und Tierschützer. Jens Knölker, Sprecher der Pilgerbasis, blickte auf viele anregende Erfahrungen und vor allem auf gute Gespräche zurück.

Das Pilgern gibt immer wieder eine neue Sicht auf die Dinge.

Pfarrer Volker Rotthauwe

„Das Pilgern gibt immer wieder eine neue Sicht auf die Dinge“, erzählte Pfarrer Volker Rotthauwe vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche Westfalen. Jens Knölker fasst die Ziele der Umweltpilger zusammen: „Weniger Fleischkonsum, weniger Fliegen, mehr öffentlicher Nahverkehr, überhaupt weniger Konsum – weniger ist das neue Mehr.“

Die Pilgerreise wird von den Drensteinfurter Maltesern, die den Gepäcktransport übernehmen, und von Pfarrgemeinden, die Unterkunft und Verpflegung stellen, unterstützt, betonte Rott­hauwe.

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