Videoüberwachung an Schulzentren
Eine Mehrheit für Kameras

Münster -

Die Videoüberwachung an den Schulzentren in Hiltrup und Wolbeck geht weiter ihren Weg durch die politischen Gremien: Am Dienstag stimmte der Ordnungsausschuss für die Kameras – mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP.

Mittwoch, 19.06.2019, 19:00 Uhr
 
(Symbolfoto) Foto: Große Hüttmann

Wie schon im Schulausschuss des Rates Mitte Mai gab es auch im Ordnungsausschuss am Dienstag eine politische Mehrheit für die geplante Videoüberwachung an den Schulzentren Hiltrup und Wolbeck während der unterrichtsfreien Zeit.

Das Ratsbündnis aus CDU und Grünen sowie die FDP stimmten für den Vorschlag der Stadtverwaltung, Kameras zu installieren, um dem fortlaufenden Vandalismus und den zahlreichen Einbrüchen an den beiden Schulzentren Einhalt zu gebieten.

„Alle milderen Maßnahmen sind ergriffen worden“, begründete CDU-Ratsherr Stefan Leschniok die Zustimmung seiner Partei für diesen Weg. Mehr Bauchschmerzen hatte Grünen-Fraktionschef Otto Reiners. Er verwies darauf, dass Videoüberwachung dauerhaft kein guter Weg sei. „Das ist eine Erprobungsphase, wir schauen uns das sehr gut an.“ Reiners plädierte dafür, bessere pädagogische Maßnahmen für Jugendliche in den Quartieren anzubieten.

Wenig Begeisterung für eine Videoüberwachung ließ auch Heribert Aldejohann von der FDP erkennen. Aber der Vandalismus nehme kein Ende: „Erzieherische Maßnahmen reichen nicht aus.“

SPD, Linke und ÖDP/Piraten stimmen dagegen

Dagegen stimmten SPD, Linke und ÖDP/Piraten gegen die Überwachung der Schulzentren mit Kameras. Eine Ausweitung der Beleuchtung und mehr Bewegungsmelder forderte stattdessen SPD-Ratsherr Marius Herwig. „Wenn man einmal in die Videoüberwachung einsteigt, öffnet man die Büchse der Pandora“, so seine Warnung. „Irgendwann stehen wir davor, dass alle Schulen überwacht werden.“

Deshalb werde seine Fraktion im Rat nicht zustimmen, kündigte Herwig an und sah sich damit in einer Reihe mit Linke-Ratsherr Rüdiger Sagel. Er halte die Videoüberwachung nicht für zielführend. Viele Geräte würden zerstört, ergänzte Peter Hemecker für die Fraktion von ÖDP und Piraten.

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