Aktion am Weltflüchtlingstag
Passanten laufen für Hilfe

Münster -

In Deutschland nimmt man Flüchtlinge erst wahr, wenn sie da sind. Dass die Männer, Frauen und Kinder aber zuvor schon weite Strecken hinter sich gebracht haben, ist nicht im Bewusstsein. Um das zu ändern, konnten Spaziergänger und Jogger am Aaseemarkt quasi Kilometer für Flüchtlinge sammeln.

Freitag, 21.06.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 20:01 Uhr
Melina Rotter (v.l.), Dr. Heike Specht-Oswald und Christiane Berg (2.v.r.) luden Passanten am Aasee ein, Kilometer zu sammeln, um auf das Leid der Flüchtlinge aufmerksam zu machen.
Melina Rotter (v.l.), Dr. Heike Specht-Oswald und Christiane Berg (2.v.r.) luden Passanten am Aasee ein, Kilometer zu sammeln, um auf das Leid der Flüchtlinge aufmerksam zu machen. Foto: Claus Röttig

Die Zahlen sind erschreckend: Seit 1993 sind 36 500 Flüchtlinge auf ihrem Weg in Sicherheit gestorben. Die meisten von ihnen sind im Mittelmeer ertrunken, aber auch der Landweg birgt eine Menge Gefahren.

Flüchtlinge haben allein in diesem Jahr schon auf ihrem Weg weltweit rund zwei Milliarden Kilometer hinter sich gebracht. Auf diese Zahlen machte die Initiative „Münster Stadt der Zuflucht“ mit Unterstützung der „Seebrücke Münster“ und Pax Christi Münster an Fronleichnam mit einer Straßenaktion zum Weltflüchtlingstag aufmerksam.

Idee des UN-Flüchtlingshilfswerks

Die Organisatoren luden Spaziergänger und Läufer am Aasee unter dem Titel „Step with Refugees“ ein, gemeinsam Kilometer zu sammeln, um auf zwei Milliarden zu kommen. „Natürlich nicht in Münster“, erklärte Melina Rotter von „Münster Stadt der Zuflucht“. Die Aktion sei eine Idee des UNHCR, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen. Um die Wanderung informativ zu gestalten, waren rund um den Aasee Plakate aufgehängt. Zu lesen waren dort die Geschichten jugendlicher Flüchtlinge.

Den Passanten gefiel die Aktion: Immer wieder blieben Spaziergänger oder Jogger stehen, um sich zu beteiligen. „Ich finde das Anliegen wirklich wichtig, und wenn man mit Sport noch etwas Gutes tun kann, ist es doch umso besser“, meinte einer der Läufer.

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