Debatte um Umbenennung
„Reinhard-Lettmann-Haus“ in Datteln umstritten

Münster -

Darf das Pfarrheim in Datteln, der Geburtsstadt des früheren Bischofs Lettmann, weiterhin nach ihm benannt werden? Die dortige Kirchengemeinde debattiert über eine Umbenennung.

Montag, 24.06.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 16:23 Uhr
Der frühere Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann
Der frühere Bischof von Münster, Dr. Reinhard Lettmann Foto: wg

In Datteln, der Geburtsstadt des im Jahr 2013 verstorbenen früheren Bischofs von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, diskutiert derzeit die katholische Kirchengemeinde St. Amandus intensiv darüber, ob das im gleichen Jahr gebaute Pfarrheim weiterhin den Namen Lettmanns tragen soll.

Bei einer außerordentlichen, öffentlichen Sitzung des Pfarreirates geht es am Dienstagabend um eine mögliche Umbenennung. Die Debatte darüber wird seit Jahresbeginn engagiert und teils hoch emotional im Für und Wider geführt.

Ende 2018 war bekannt geworden, dass Lettmann in seiner früheren Funktion als bischöflicher Generalvikar damit befasst war, dass ein Priester – der zu diesem Zeitpunkt wegen Missbrauchstaten an Kindern verurteilt worden war – innerhalb des Bistums Münster mehrfach versetzt wurde und weiterhin als Seelsorger tätig sein konnte. An mindestens einem der weiteren Einsatzorte kam es erneut zu Missbrauchsfällen durch den Priester. Auch im Ruhrgebiet, nur wenige Kilometer von Datteln entfernt, gab es solche Straftaten.

Der Pfarrverwalter von St. Amandus Datteln, Pastor Bernhard Frankemölle, hofft in der umstrittenen Namensfrage „auf eine Entscheidung, die konsensfähig ist und möglichst wenig spaltet“. Der Pfarreirat wird nach der öffentlichen Beratung darüber abstimmen, ob das „Reinhard-Lettmann-Haus“ umbenannt werden soll. Das Votum geht als Empfehlung an den Kirchenvorstand, der bis zu den Sommerferien eine endgültige Entscheidung trifft.

In Münster hatte es vor gut zwei Jahren eine Initiative gegeben, einen Teil des Überwasserkirchplatzes in „Reinhard-Lettmann-Platz“ umzubenennen. Die Bezirksvertretung Mitte hatte das Thema damals vertagt, seitdem ruht es.

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