Neubau auf Parkplatz geplant
Einigung mit der Stadt: WDR soll auf Servatiiplatz ziehen

Münster -

Dass der WDR auf der Suche nach einem neuen Standort für sein Studio ist, war bekannt. Jetzt haben die Stadtverwaltung und der öffentlich-rechtliche Sender ihre Pläne vorgestellt.

Freitag, 28.06.2019, 08:40 Uhr aktualisiert: 28.06.2019, 09:09 Uhr
Neubau auf Parkplatz geplant: Einigung mit der Stadt: WDR soll auf Servatiiplatz ziehen
Der Parkplatz an der Ecke Eisenbahnstraße  / Wolbecker Straße soll nach Wunsch der Stadt und des WDR Standort des neuen Rundfunk-Studios werden. Foto: Oliver Werner

Die zwei Jahre lange Suche [MZ+] hat ein Ende: In einer Pressemitteilung hat die Stadt Münster in der Nacht zu Freitag bekanntgegeben, dass sie gemeinsam mit dem WDR mehrere Stellen für einen neuen Standort des Landesstudios Münster geprüft habe. Übereinstimmendes Ergebnis: Auf dem derzeit als Parkplatz genutzten Servatiiplatz soll ein Neubau entstehen, „in dem der WDR Ankernutzer wird”.

Stadtbaurat Robin Denstorff informierte am Donnerstag den Planungsausschuss des Rates über das Vorhaben. Demnach soll für das 1000 Quadratmeter große Grundstück in der Innenstadt ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden. „In einem architektonisch anspruchsvollen Gebäude, das sich maßvoll in die umgebende Bebauung einfüge, könnten rund 3000 Quadratmeter Fläche geschaffen werden”, teilte die Stadt mit. Etwa die Hälfte davon würde vom WDR benötigt, der in seinem Regionalstudio unter anderem die halbstündige Abendsendung „Lokalzeit Münsterland” und regionale Radio-Nachrichten produziert.

So soll es aussehen

In der Mitteilung nennt die Stadt weitere Details der bisherigen Überlegungen: Die ehemalige Bundesbahndirektion im Süden des Servatiiplatzes gebe die maximale Gebäudehöhe vor, nach Norden „zum Baudenkmal Erlöserkirche hin würde der Neubau deutlich abgestaffelt”.

Zur Verkehrssituation gibt es zwei Angaben: Im Untergeschoss des Neubaus könne eine Tiefgarage untergebracht werden. Zudem sollen alle „bestehenden Wegeverbindungen” an dem Verkehrsknotenpunkt in der Nähe des Hauptbahnhofs erhalten bleiben, vorhandene Gehwege könnten ergänzt und erweitert werden.

servatiiplatz Stadt

Blick von oben auf den Servatiiplatz Foto: Stadt Münster

„Im Stadtbild präsenter für das Publikum sein”

Das künftige Studio des durch Rundfunkbeiträge finanzierten Senders solle die Anforderungen crossmedialer Arbeitsabläufe abbilden. Dabei werde der Raumbedarf deutlich geringer sein als an der Mondstraße, da durch die Digitalisierung bestimmte Flächen, etwa für die Archivierung, nicht mehr benötigt würden. „Der WDR möchte mit einem neuen zentralen Standort auch im Stadtbild präsenter für sein Publikum sein. Der Servatiiplatz erfüllt diese Anforderungen gut”, sagte Dr. Carsten Wildemann, Leiter der WDR-Hauptabteilung Gebäudewirtschaft.

Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßte das Ergebnis der Standortsuche. „Der Vorschlag ist städtebaulich und stadtstrukturell gut für Münster und bietet dem WDR Perspektiven für seine langfristige Entwicklung in Münster. Er ist das Ergebnis eines vertrauensvollen Prozesses, in dem die Stadtverwaltung den öffentlichen-rechtlichen Sender gerne unterstützt hat.”

Was wird aus dem Gelände an der Mondstraße?

Über die Verwendung der 13.000 Quadratmeter großen WDR-Immobilie an der Mondstraße befinden sich der Sender und die Stadt in Gesprächen. In der Pressemitteilung bringt die Stadt „die Schaffung von bezahlbarem Wohnen und sozialer Infrastruktur” ins Spiel und verspricht: „Alle Überlegungen und Planungen sowohl zur Bebauung des Neustandortes als auch zur Nachnutzung der Mondstraße sollen in transparenten und partizipativen Verfahren mit den Bürgerinnen und Bürgern kommuniziert werden.”

Die notwendigen politischen Beschlussvorschläge werden in den nächsten Monaten den Ratsgremien vorgelegt.

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