Zusage für Batterieforschungsfabrik
Energiewende entsteht in Münster

Münster -

Münster jubelt über die Zusage und über die Millionenförderung: Eine deutschlandweit einzigartige Batterieforschungsfabrik wird in Amelsbüren gebaut. Sie soll Wegbegleiter der Energiewende sein.

Samstag, 29.06.2019, 10:00 Uhr
Zusage für Batterieforschungsfabrik: Energiewende entsteht in Münster
Die Batterieforschungsfabrik wird ihren Standort in Amelsbüren bekommen. Foto: WN

Im „Meet“-Batterieforschungszentrum der Universität Münster von Prof. Dr. Martin Winter unweit des Orléans-Rings knallen zwar keine Sektkorken. Dafür kommt die Standortzusage am Freitag viel zu überraschend, und der Chef weilt in Berlin. Der Jubel über die Mitteilung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek indes ist riesengroß: Münster setzt sich als Standort für den Bau einer deutschlandweit einzigartigen Forschungsfabrik für die Batteriezellproduktion in einem harten Bewerbungsprozess gegen fünf starke Mitbewerber durch.

Oberbürgermeister Markus Lewe sieht die Stadt nun als einen Hotspot der Batterieforschung in ganz Deutschland. „Die Zusage ist ein Gewinn für unseren starken Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort“, betont er.

Förderung von 500 Millionen

Die Förderung des Bundes beläuft sich auf etwa 500 Millionen Euro für den Aufbau. Die NRW-Landesregierung, die die Bewerbung Münsters unterstützt hat, wird zusätzlich mehr als 200 Millionen Euro beisteuern. Ein Großteil der insgesamt 700 Millionen Euro fließt nach Münster. Die Forschungsfertigung soll Wegbegleiter sein, um Deutschland im internationalen Wettbewerb um Marktanteile im Bereich der elektro­chemischen Speichertechnologie zu positionieren.

Wie OB Lewe, gratuliert auch der Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität, Prof. Dr. Johannes Wessels, dem Forschungskonsortium unter Federführung des „Meet“ und Prof. Winter als verantwortlichen Antragsteller zu der Standortentscheidung, „Das ist ein überragender Erfolg für die Batterieforschung in Münster“, sagt Wessels.

Politik gratuliert und sagt Unterstützung zu

Herzlichen Glückwunsch, Münster! Parteiübergreifend gratuliert die Politik zur Standortentscheidung. „Münster wird Hauptstadt der Energiewende“, sagt CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland. Sie und Fraktionskollege Dr. Stefan Nacke danken Prof. Winter für die „exzellente Vorarbeit“. „Unter dem Gesichtspunkt einer klimaneutralen Produktion war das Konzept aus Münster das überzeugendste“, gratuliert CDU-Bundestagsabgeordnete Sybille Benning. Stefan Weber (CDU) sichert jede Unterstützung zu, „dem Projekt zügig einen erstklassigen Standort zu ermöglichen“. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderung, Mathias Kersting (SPD), sieht eine einmalige Chance, Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen. „Die Stadt muss schnellstmöglich die passenden Rahmenbedingungen schaffen.“ Grünen-Fraktionschef Otto Reiners spricht von einem „großartigen Erfolg“. Dass das überzeugendste Recyclingkonzept den Ausschlag gegeben habe, sei ganz im grünen Sinne. (rr)

...

Die Forschungsfabrik entsteht im „Hansa-Business-Park“ in Amelsbüren. 150 Fachkräfte werden dort voraussichtlich ab 2022 arbeiten. In zwei Jahren sollen erste Teile des Neubaus bereits bezugsfertig sein.

Batterie-Campus an der A1

Ein vier Hektar großes Grundstück und eine 1,6 Hektar große Erweiterungsfläche zwischen der Autobahn A 1 und dem Dortmund-Ems-Kanal stehen bereit. Eine schnelle Anbindung an den Liegehafen und an den Bahngüterverkehr ist gewährleistet. Auch der Flughafen Münster-Osnabrück ist nicht weit. Weitere Grundstücke mit 20 Hektar stehen für die Ansiedlung von Unternehmen auf einem Batterie-Campus zur Verfügung.

Denn darum geht es auch: Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster, Dr. Thomas Robbers, geht von einer hohen Wertschöpfung für die münsterische Wirtschaft aus. „Mit der weiteren Stärkung des Kompetenzfeldes Batterieforschung werden hoch spezialisierte Firmen an unseren Standort kommen.“ Robbers rechnet zusätzlich mit der Schaffung weiterer qualifizierter Arbeitsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen durch die Neuansiedlung.

Nachhaltige Entwicklung

Mit der Forschungsfertigung soll ein Rahmen geschaffen werden, in dem Materialien, Zellkonzepte, Produktionsprozesse und zugehörige Maschinen entwickelt, getestet und optimiert werden. So soll der nachhaltige Einstieg Deutschlands in eine eigene Produktion großer Batteriezellen in Serie geebnet werden.

Los geht es sofort: Die Stadt Münster bietet bis zur Fertigstellung verfügbare Büroräume und Flächen in den ehemaligen Hallen der Firma Nordson (früher Kreyenborg) an der Coermühle als Übergangslösung an.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6731525?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker