Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises
Gegen die Kriminalisierung des Kirchenasyls

Münster -

Die Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises Münster tagte jetzt unter der Leitung von Superintendent Ulf Schlien in der Andreaskirche in Coerde. 

Dienstag, 02.07.2019, 09:00 Uhr
Superintendet Ulf Schlien
Superintendent Ulf Schlien Foto: Evangelischer Kirchenkreis Münster

Als eines der Schwerpunktthemen hatten sich die 90 Synodalen mit der Hauptvorlage der Westfälischen Landeskirche zu Kirche und Migration beschäftigt. Konkrete Beschlüsse wurden dabei in Bezug auf das Kirchenasyl gefasst, wie der Kirchenkreis mitteilt.

Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) wurde aufgefordert, gegenüber der Innenministerkonferenz und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einer Kriminalisierung des Kirchenasyls entgegenzutreten. Vielmehr sei zurückzukehren zu einer 2015 gemeinsam beschlossenen Vereinbarung zwischen Kirche und Staat zum Umgang mit Kirchenasyl, die einseitig von Seiten des Bamf aufgekündigt worden sei. Klar positionierte sich die Synode auch gegen die Überprüfung der Aufrichtigkeit der Taufe von Geflüchteten im Rahmen von Asylverfahren.

Im Rahmen eines landeskirchlichen Stellungnahmeverfahrens zum Thema Ehe und Trauung votierte die Kreissynode dafür, in der EKvW zukünftig für alle Paare die Trauung zu vollziehen. Bisher wurde für gleichgeschlechtliche Paare eine Segnung statt einer Trauung vollzogen.

Auch Stellungnahmen gegenüber der Landeskirche zu Themen wie Abendmahl und Verwaltungsorganisationsgesetz standen auf der Tagesordnung, heißt es weiter. Ebenso wurde der dritte Teil des Gesundheitskonzeptes des Kirchenkreises beschlossen, das sich auf die Berufsgruppen der Kirchenmusiker, Pädagogischen Fachkräfte in der Jugendarbeit sowie Küster und Reinigungsfachkräfte bezog. Zur Erhebung der Bedürfnisse und der Arbeitssituation dieser Berufsgruppen hatten zuvor Workshops stattgefunden, über deren Ergebnisse die Synodalen informiert wurden.

Unter der Leitung des Vorsitzenden des Nominierungsausschusses, Pfarrer Thomas Groll, wurden Mitglieder in Ausschüsse gewählt: Annika Klappert in den Ausschuss für interreligiösen Dialog, Thomas Ehrenberg in den Ausschuss Mission/Eine Welt sowie Stephan Draheim und Karl-Heinz Köster in den Ausschuss für Seelsorge und Beratung.

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