Batterieforschungszentrum in Münster
„Kritik aus dem Süden befremdlich“

Münster/Berlin -

Für ihre Entscheidung, die Forschungsfertigung Batteriezellen nach Münster zu geben, steht Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) unter Rechtfertigungsdruck. Der Unmut der Enttäuschten schlägt ihr in Medien und auf Twitter aus Süd- und Ostdeutschland entgegen.

Montag, 01.07.2019, 19:34 Uhr aktualisiert: 02.07.2019, 10:30 Uhr
Bernhard Daldrup, Chef der SPD im Münsterland
Bernhard Daldrup, Chef der SPD im Münsterland Foto: SPD

Die Tonlage baden-württembergischer Politiker wie Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut klang schon hochnäsig. Die Vergabe sei eine Strukturförderung, nicht inhaltlich begründet. Unterton: Nur Ulm hätte den Zuschlag verdient. So sehen es die Bayern für Augsburg.

Der Sprecher der Münsterland-SPD, Bernhard Daldrup, reagierte sauer – auch auf seine Ulmer Fraktionskollegin Hilde Mattheis: Münster müsse als Forschungsstandort keinen Vergleich scheuen. „Es ist schon befremdlich, welche Kritik aus dem Süden laut wird, wenn wichtige Standortentscheidungen nicht zugunsten von Bayern oder Baden-Württemberg getroffen werden.“ Dass sich die ostdeutschen Länder benachteiligt sähen, weil viele Vergaben bisher in den Süden gingen, verstehe er dagegen.

Derweil sucht Ministerin Karliczek, die Wogen zu glätten, wie ihr Sprecher betont. Es gehe um eine nationale Anstrengung, die alle Bewerber einschließe. NRW-Wirtschaftsminister An­dreas Pinkwart beantwortete die Kritik mit einer Einladung: „Wir wollen eine Forschungsfabrik für ganz Deutschland sein“, sagte er dieser Zeitung. „Wir würden uns freuen, wenn wir unsere Mitbewerber für Kooperationen gewinnen können, um gemeinsam die besten Ideen zu verwirklichen.“

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