Versuche am Anne-Frank-Berufskolleg
Wenn Studierende unterrichten

Münster -

Ernährung hat immer auch etwas mit Chemie zu tun. Warum das so ist, entdeckten Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Berufskollegs zusammen mit Studierenden des Instituts für Berufliche Lehrerbildung (IBL) der Fachhochschule Münster.

Mittwoch, 03.07.2019, 17:04 Uhr
Schüler des Anne-Frank-Berufskollegs und Studierende des Instituts für Berufliche Lehrerbildung der Fachhochschule diskutierten über Ernährungsthemen.
Schüler des Anne-Frank-Berufskollegs und Studierende des Instituts für Berufliche Lehrerbildung der Fachhochschule diskutierten über Ernährungsthemen. Foto: FH/Petra Fuchs

Die Schüler absolvieren die zweijährige Berufsfachschule für Ernährung und Hauswirtschaft mit sportlicher Ausrichtung. „Ernährungswissenschaftliche Schulversuche“ heißt das Modul, geleitet wird es von Prof. Dr. Ursula Bordewick-Dell, Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management, und Prof. Dr. Julia Kastrup vom Centrum für Interdisziplinarität (MCI). Lehrerin Petra Fuchs hatte den Projekttag am Berufskolleg organisiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Schule.

Kohlenhydrate, Proteine und Fette

Dabei konzentrierten sich die Studierenden auf die drei Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Proteine und Fette sowie Zusatzstoffe, die in Verbraucherkreisen immer wieder kritisch diskutiert werden. „Wir haben in Gruppen jeweils eine Unterrichtsstunde vorbereitet. Ziel war es, biochemische Versuche mit den Schülern durchzuführen“, sagte Ria Niestädt. Sie studiert Lehramt für das Berufskolleg mit den Fächern Englisch sowie Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaft. „Bei uns ging es um die Verdauung der Kohlenhydrate, die bereits im Mund beginnt“, so Niestädt.

Gemeinsam mit ihren Kommilitonen behandelte sie Toast mit einer Iod-Kalium-Iodid-Lösung, um damit Stärke nachzuweisen. Wird dann Speichel hinzugegeben, ändert sich die Farbe – damit ist klar, dass letzterer eine wichtige Rolle im Verdauungsprozess spielt, heißt es weiter.

In zwei weiteren Gruppen lernten die Schüler, wie sich Fette mit Hilfe von Emulgatoren in Lebensmitteln verstecken lassen. Außerdem ging es darum, zu zeigen, dass es bei der Eiweißversorgung auf die Auswahl der richtigen Lebensmittel ankommt.

Farbstoffe aus Cola gefiltert

Die Gruppe „Zusatzstoffe“ filterte Cola über Aktivkohle und entfernte so die braune Farbe aus dem Getränk. Die klare Lösung erinnerte nicht mehr an das bekannte Erfrischungsgetränk. „Farbstoffe sind also häufig für die Identifizierung eines Lebensmittels wichtig“, sagte Bordewick-Dell.

Vor einer Klasse zu stehen und mit Schülern zu interagieren, das war für Niestädt ein wichtiger Lerneffekt. Ähnlich ging es ihrer Kommilitonin Michaela Schumacher in der Gruppe „Kohlenhydrate“.

Wir bieten dieses Modul seit 2017 an und merken zunehmend, dass es bei den Studierenden hervorragend ankommt.

Prof. Dr. Julia Kastrup

Wichtige Erkenntnisse sammelten auch Bordewick-Dell und Kastrup. „Wir bieten dieses Modul seit 2017 an und merken zunehmend, dass es bei den Studierenden hervorragend ankommt“, so Kastrup, Professorin für Fachdidaktik Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaften. „Wir verbinden dadurch didaktische Theorie mit der didaktischen Praxis“, so die Hochschullehrerin.

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