Gymnasium St. Mauritz
Schüler lassen Wetterballon starten

Münster -

Ein Passagierflugzeug ist auf knapp 10.000 Metern Höhe unterwegs. Der Wetterballon sollte gleich 30 Kilometer in die Lüfte steigen. Mit dabei hatte er einen ungewöhnlichen Passagier.

Mittwoch, 03.07.2019, 20:00 Uhr
Knapp 3,5 Kubikmeter Helium haben die Schüler in den Ballon gefüllt – danach ging es knapp 30 Kilometer aufwärts bis in die Stratosphäre.
Knapp 3,5 Kubikmeter Helium haben die Schüler in den Ballon gefüllt – danach ging es knapp 30 Kilometer aufwärts bis in die Stratosphäre. Foto: Matthias Ahlke

Wäre Rudolpho ein echter Elch, wäre ihm vor dem Start wohl mulmig geworden. Doch der Elch ist aus Stoff und nur ein paar Zentimeter groß. Dennoch war er am Mittwoch wohl das Tier mit der besten Aussicht überhaupt: Festgebunden an einen Wetterballon, ging es für Rudolpho in die Stratosphäre. 40 Schüler der sechsten Jahrgangsstufe des Gymnasiums St. Mauritz haben in der Arbeitsgemeinschaft (AG) Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) an dem Ballon gebaut und getüftelt. Geholfen haben ihnen dabei die Lehrer Elmar Knocks, Martin Schöneich und Martin Korth. Sie leiten die AG.

Kameras, Sensoren und ein GPS-Tracker

„Den Ballon haben wir gekauft“, sagt Knocks. In der AG sei dann das zweite entscheidende Teil entstanden: die Styropor-Box. Darin befinden sich zwei Kameras und Sensoren, die während des Flugs Höhe, Luftfeuchtigkeit und Temperatur messen. „Und natürlich ein GPS-Tracker“, sagt der Mathematik- und Physik-Lehrer. Denn ohne diesen seien die Überreste des Ballons nicht wiederzufinden.

Der Ballon wächst in der Höhe

Am Boden füllen die Schüler den Ballon mit knapp 3,5 Kubikmeter Helium. „Jetzt hat der Ballon eine Größe von etwa zwei mal zwei Metern“, so Knocks. Während des Flugs dehne sich der Ballon wegen des veränderten Luftdrucks aus – auf knapp zehn mal zehn Meter. Und dann folgt der Knall: Irgendwann platzt der Ballon. Es öffnet sich ein Fallschirm, um die Styropor-Box mit Kamera und Elch Rudolpho zurück auf die Erde zu bringen. „Zwei bis drei Stunden ist der Ballon in der Luft“, vermutet Elmar Knocks vor dem Start. Fast 30 Kilometer steigt er in den Himmel.

Gymnasium St. Mauritz: Schüler lassen Wetterballon starten

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  • Da fliegt er davon: Schüler des Gymnasiums St. Mauritz haben einen Wetterballon gebaut und starten gelassen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Knapp 30 Kilometer fliegt ein solcher Wetterballon hoch.

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  • Die bunten Partyballons begleiteten den Wetterballon auf seiner Reise nur kurz – da sie deutlich langsamer steigen.

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  • Letzte Instruktionen gab es vor den Start von den Lehrern.

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  • Lehrer Elmar Knocks (l.) und seine Kollegen haben bereits den dritten Ballonstart durchgeführt.

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  • In der Styropor-Box sind Kameras und Sensoren.

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  • Lehrer Elmar Knocks

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Am Gymnasium St. Mauritz ist es der dritte Ballonstart. Denn seit mittlerweile drei Jahren gibt es die Mint-AG. „Bisher haben wir aber nie den ganzen Flug mit der Kamera aufnehmen können“, ärgert sich Knocks. Der Grund: In der Höhe herrschen Temperaturen von bis zu -40 Grad Celsius. Für die Kameras war das zu kalt. Deshalb mussten jetzt neue Geräte her: „Wir hoffen, dass es diesmal klappt.“

Auch Robotik sehr beliebt

Neben Wetterballons geht es in der AG um Themen, die im Lehrplan oft nur wenig oder keinen Platz finden. Nicht nur die Wetterballons, auch Robotik ist laut Knocks sehr beliebt. Finnja hat in diesem Jahr ebenfalls an der AG teilgenommen. „Es ist total interessant, und ich mag einfach Mathe und Technik“, sagt die Schülerin. Kurz vor dem Ballonstart steht sie mit Freundinnen auf der Wiese. Sie fragt sich, ob der Ballon es wohl wirklich bis in die Stratosphäre schafft – und wo er wieder landet.

Denn das ist in der Gleichung die große Unbekannte. Weil Westwind herrschte, vermutet Elmar Knocks, dass die Reste des Ballons in Richtung Paderborn runterkommen. Hoffentlich mit tollen Fotos – und auch mit Elch Rudolpho.

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