Rat beschließt Maßnahmenpaket für Schwimmbäder
Das Wasser wird wärmer

Münster -

Höhere Temperaturen, mehr Personal, längere Öffnungszeiten: Der Rat hat die Weichen gestellt, damit die Bäder attraktiver werden können. Vielen im Rat reicht das aber nicht.

Mittwoch, 03.07.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 07:23 Uhr
Das Freibad Stapelskotten gehört zu den Bädern, die aufgewertet werden sollen. So soll eine Beckenabdeckung angeschafft werden, um ein nächtliches Auskühlen des Wassers zu verhindern.
Das Freibad Stapelskotten gehört zu den Bädern, die aufgewertet werden sollen. So soll eine Beckenabdeckung angeschafft werden, um ein nächtliches Auskühlen des Wassers zu verhindern. Foto: Matthias Ahlke

Um mit dem Ergebnis anzufangen: Mit den Stimmen des schwarz-grünen Bündnisses hat der Rat der Stadt Münster am Mittwochabend ein Maßnahmenpaket zur Attraktivitätssteigerung bei den städtischen Bädern beschlossen. Der Beschluss sieht veränderte Öffnungszeiten, mehr Personal in den Bädern, mehr Service, höhere Wassertemperaturen in den Freibädern (auch an Tagen ohne Sonneneinstrahlung) oder auch den Ankauf von Beckenabdeckungen vor, damit das Wasser nachts nicht so schnell abkühlt.

Gleichwohl gestaltete sich die Aussprache über diesen Tagesordnungspunkt ein weiteres Mal wie eine Generaldebatte über die Bäderlandschaft in Münster – mit den sattsam bekannten Positionen: Die SPD bevorzugt ein Freizeitbad (was es noch nicht gibt) und möchte darum kleinere Funktionsbäder gruppieren.

CDU und Grüne hingegen bevorzugen die dezentrale Struktur der kleinen – stark auf das Schul- und Gesundheitsschwimmen ausgerichteten – Bäder, freilich unter Verzicht auf ein „Spaßbad“ mit gesamtstädtischer Magnetwirkung.

Bürgerentscheid abgelehnt

Dieser Grundsatzstreit beherrscht bereits seit Jahren die Bäderdebatte in Münster. Der FDP-Fraktionschef Jörg Berens schlug deshalb vor, sie per Ratsbürgerentscheid entscheiden zu lassen. Sprich: Die Stadt würde die Bürger an die Urnen bitten, um zwischen zwei vorgelegten Konzepten entscheiden zu können. Dieser FDP-Vorschlag fand indes keine Mehrheit. Der Linke Rüdiger Sagel prophezeite daraufhin, dass die Bäderdebatte 2020 zu einem Wahlkampfthema werde (was sie 2014 auch schon war).

Der SPD-Ratsherr Philipp Hagemann wies in der Debatte darauf hin, dass selbst der Jugendrat die schwarz-grüne Offensive ablehne und statt dessen ein Freizeitbad fordere. Sein Parteifreund Dr. Michael Jung hielt fest: „Wir werden den unterschiedlichen Bedürfnissen nicht mehr gerecht.“

CDU verteidigt kleine Bäder

Dem hielt der CDU-Ratsherr Heinz Georg Buddenbäumer die Vorzüge der kleinteiligen Bäderstruktur entgegen: „Die münsterischen Kinder sind schwimmtüchtiger als die Kinder, die nur in den Freizeitbädern planschen.“

Wer sagt, dass in Münster unbedingt ein Spaßbad gebaut werden soll, der muss auch sagen, welches Bad dafür geschlossen werden soll.

Andreas Nicklas (CDU)

Sein Parteifreund Andreas Nicklas meinte: „Wer sagt, dass in Münster unbedingt ein Spaßbad gebaut werden soll, der muss auch sagen, welches Bad dafür geschlossen werden soll.“

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