Eklat in Gottesdienst in Heilig-Geist-Kirche
Bischof Genn: Pfarrer soll nicht mehr predigen

Münster -

Nach der Empörung von Gottesdienstbesuchern wegen einer Äußerung über Vergebung auch für Priester, die Missbrauch begangen haben, soll der umstrittene Pfarrer in Münster nicht mehr predigen.

Freitag, 05.07.2019, 14:56 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 15:36 Uhr
Die Kirche Heilig Geist in Münster.
Die Kirche Heilig Geist in Münster. Foto: Bernd Thissen

Bischof Felix Genn habe das dem 79-jährigen emeritierten Pfarrer Ulrich Zurkuhlen mitgeteilt und gehe davon aus, dass dieser sich daran halten werde, sagte ein Bistumssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Es handele sich aber nicht um ein formales Predigtverbot. Denn die Äußerung in der Predigt sei dem Bistum selbst nicht wörtlich bekannt, es gebe keinen Text. Ulrich Zurkuhlen habe frei gesprochen.

Predigt unter lautem Protest abgebrochen

Ein Teil des Chores und rund 70 Gottesdienstteilnehmer hatten die Kirche Heilig Geist während der Predigt des 79-Jährigen über das Thema Missbrauch und Vergebung am vergangenen Sonntag unter lautem Protest verlassen. Er sei mit seiner Stimme nicht gegen «den schreienden Mob» angekommen und habe seine Predigt abgebrochen, zitierte das Internetportal den in die Kritik geratenen Pfarrer.

Kein Täter hat ein Recht auf Vergebung.

Stefan Rau, leitender Pfarrer der zuständigen Pfarrei St. Joseph

Stefan Rau, leitender Pfarrer der zuständigen Pfarrei St. Joseph widersprach entschieden, dass man Priestern vergeben müsse, die Missbrauch begangen haben. «Kein Täter hat ein Recht auf Vergebung», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um die Opfer und deren Rechte.

Offenes Gespräch für Montag geplant

Am kommenden Montagabend könnten Gemeindemitglieder ihrer Empörung in einem offenen Gespräch Luft machen. Die Äußerungen Zurkuhlens müssten Folgen haben, das schulde man auch den Opfern.

Im Gottesdienst, in dem es zum Eklat kam, sollen auch von Missbrauch Betroffene gewesen sein, wie «Kirche-und-Leben.de» berichtete. Damit konfrontiert sagte Zurkuhlen dem Portal: «Das war mir nicht bewusst.»

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