Veränderung nach Gebäude-Sanierung
Kunstwerk am Hörsaal gibt Rätsel auf

Münster -

Rätselraten um ein Kunstwerk, das Anfang der 1970er-Jahre am Hörsaalgebäude am Schlossplatz installiert wurde: Seit der Sanierung des Gebäudes vor einigen Jahren sieht es anders aus als zuvor – doch welche Version ist die richtige?

Samstag, 06.07.2019, 09:00 Uhr
Das Kunstwerk von Gerhard Wind vor der Sanierung des Hörsaalgebäudes. Früher war das rechte Wandfeld niedriger angebracht als heute.
Das Kunstwerk von Gerhard Wind vor der Sanierung des Hörsaalgebäudes. Früher war das rechte Wandfeld niedriger angebracht als heute. Foto: Uni Münster/privat

Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass über Jahre niemandem aufgefallen war, dass die aktuelle Version nicht der ursprünglichen entspricht. Mindestens seit 2002, so schätzt Dr. Eckhard Kluth, Leiter Zentrale Kustodie und Kulturbüro der Universität, hängt das Kunstwerk von Gerhard Wind in der aktuellen Version an dem Gebäude.

2015 dann die Überraschung: Bei einem Ortstermin mit einer Düsseldorfer Studentin, die eine Masterarbeit über Wind verfasste, tauchten ältere Abbildungen auf, die einen anderen Zustand des Reliefs zeigen: Einst war das rechte Wandfeld niedriger angebracht, es lag unten auf – und schwebte nicht, wie jetzt, in der Luft.

Kunstwerk früher falsch?

Die naheliegende Annahme: Das Relief, das für die Sanierungsarbeiten abgenommen worden war, wurde falsch zusammengesetzt.

Doch im Besitz der Universität befindet sich ein Original-Modell des Kunstwerks aus den 1970er Jahren – und das sieht genauso aus wie die Relief-Version nach der Sanierung. Damit scheint das aktuelle Kunstwerk das richtige zu sein – doch war es früher falsch? Oder hatte sich Wind einfach nur – in all der Freiheit, die ein Künstler nun einmal hat – dafür entschieden, vom Modell abzuweichen?

Recherchen notwendig

„Dazu braucht es vertiefte Recherchen im Nachlass des Künstlers – und wahrscheinlich auch Gespräche mit der Familie“, sagt Dr. Eckhard Kluth. Denn der Künstler selbst ist bereits tot. Immerhin so viel steht fest: „Die Sache ist komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat“, sagt Kluth, der nun genauer recherchieren will.

Pläne, an der aktuellen Ver sion etwas zu ändern, gebe es so oder so aktuell nicht, unterstreicht der Leiter des Kulturbüros. Das Relief wurde übrigens 1972 eingeweiht. Wind, mit Künstlern wie Otto Piene und Heinz Mack Mitglied der „Gruppe 53“, war damals ein gefragter Künstler und fertigte immer wieder Kunst-am-Bau-Projekte an. 1992 verstarb Wind im Alter von 64 Jahren.

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