„Scientists for Future“ in Münster
Vereinte Uni-Kompetenz für das Klima

Münster -

Die Klimakrise bewegt die Universität. Die anfangs kleine Gruppe der Wissenschaftler der Bewegung „Scientists for Future“ erlebt mittlerweile mächtigen Zulauf.

Donnerstag, 11.07.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 10:12 Uhr
Ein Banner haben die „Scientists for future“ an der Universität schon. Sie haben auch viele Gleichgesinnte an der Hochschule, wie sich jetzt bei einer Veranstaltung zeigte.
Ein Banner haben die „Scientists for Future“ an der Universität schon. Sie haben auch viele Gleichgesinnte an der Hochschule, wie sich jetzt bei einer Veranstaltung zeigte. Foto: kv

Die Klimakrise bewegt die Universität. Knapp 700 Studierende kamen in der vergangenen Woche zu einer vom AStA einberufenen Vollversammlung zusammen und forderten die Universität auf, ebenfalls den Klimanotstand auszurufen. Weitere Forderungen der Studenten: Mehr Lehrveranstaltungen zum Thema Klimaschutz, die Einrichtung eines „Green Office“ an der Uni, außerdem soll das Studierendenwerk Wohnheime und Mensen energieschonender bewirtschaften.

Auch die zunächst kleine Gruppe der Wissenschaftler der Bewegung, der „Scientists for Future“ erlebt mächtigen Zulauf. Die beiden Organisatoren, die Landschaftsökologin Leandra Praetzel und der Rechtswissenschaftler Dr. Mathis Bönte, hatten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und nur einen kleinen Raum im Fürstenberghaus gemietet. Rund 50 Interessierte – Professoren ebenso wie Nachwuchswissenschaftler – kamen, am Ende gingen die Stühle aus.

Breites Spektrum vom Physiker bis zur Psychiaterin

Die „Scientists for Future“ repräsentieren die Fächervielfalt der Universität, es sind bei Weitem nicht nur Naturwissenschaftler wie der Physiker Johannes Struth oder Ökologen wie Leandra Praetzel, die meinen, dass die Wissenschaft ihre Kräfte für den Klimaschutz mobilisieren muss. „Uns ist es wichtig, Lösungen zu finden, das Thema wirksamer zu kommunizieren“, sagt Leandra Praetzel. Matthias Bönte will über die rechtlichen Verbindlichkeiten der Klimabeschlüsse in der Politik aufklären. Oder Dr. Swantje Notzon, Psychiaterin am Universitätsklinikum: Sie fragt sich aus ihrer fachlichen Sicht, wie Menschen ohne einfache Verbotspolitik zu klimafreundlichem Verhalten animiert werden können.

Wie Rauchen abgewöhnen

Notzon empfiehlt eine ähnliche Strategie, wie sie sich beim Rauchen als durchaus wirksam erwiesen habe und die im Englischen als „Nudging“ (Anstupsen) beschrieben wird. Eine Mischung aus Aufklärung, Restriktionen und staatlicher Eingriffe wie Rauchverboten, Steuererhöhungen und Schock-Bildern auf Zigarettenpackungen habe zu einem erheblichen Rückgang des Nikotinkonsums geführt, so Notzon. Also warum nicht demnächst auf die Bordkarte im Flugzeug nach Mallorca ein Bild einer verdorrten Landschaft drucken und den Aufdruck: „Dieser Flug verursacht den Ausstoß von 600 Kilogramm CO2 pro Person und fördert den Klimawandel.“

Dabei sind auch viele Pädagogen und angehende Lehrer, die die von Schülern ausgehende Bewegung unterstützen.

Zum Thema

Die „Scientists for Future“ treffen sich erneut am 22. Juli um 19 Uhr im Umwelthaus, Zumsandestr. 15.

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