Wanderausstellung im Landeshaus
Wechselwirkungen des Bauhauses mit Westfalen

Das Ende des Zweiten Weltkriegs war nicht nur gesellschaftlich eine Zäsur. Auch städtebaulich brach nun vieles los, was bis dato unter dem Deckel gehalten wurde. Sichtbarster Ausdruck war das Bauhaus. Welche Spuren es in Nordrhein-Westfalen hinterlassen hat, zeigt aktuell eine Ausstellung im Landeshaus in Münster.

Freitag, 12.07.2019, 13:00 Uhr
Wanderausstellung im Landeshaus: Wechselwirkungen des Bauhauses mit Westfalen

Das „Neue Bauen im Westen“ ist im Juli in Münster zu sehen. Mit ihrer gleichnamigen Wanderausstellung, die am Mittwochabend in der Bürgerhalle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe eröffnet wurde, zeichnen die Architektenkammer NRW und ihre Projektpartner, die beiden Landschaftsverbände, die wichtigsten der Entwicklungslinien des Bauhauses aus rheinisch-westfälischer Perspektive nach.

In über 250 Exponaten und eigens geschaffenen Architekturmodellen bietet die Ausstellung dem Besucher die Möglichkeit, wechselseitige Einflussnahmen und Impulse zu überprüfen und auf Spurensuche bis in die Gegenwart zu gehen.

Bauhaus verdichtete Entwicklungen seiner Zeit

Die Ausstellung weist dabei stets auf die gesellschaftlichen Hintergründe und parallele Strömungen in Architektur und Städtebau hin. Denn das Bauhaus verdichtete Entwicklungen seiner Zeit in einem katalytischen Prozess.

Formale Vereinfachung und das Ziel, vor allem auf dem Feld des Wohnungsbaus zu einer konkreten Verbesserung der Lebensumstände einkommensschwacher Schichten beizutragen, prägten das Bild der Bauhausästhetik seit den 1920er-Jahren.

„Das Bauhaus, das wir kennen und über das wir gewöhnlich sprechen, ist das Ergebnis seiner wechselvollen Rezeptionsgeschichte“, erklärte Ausstellungskurator Prof. Dr. Thorsten Scheer (PBSA) in seinem Eröffnungsvortrag.

Bonner Bundesbauten beispielhaft

Vor allem in der Zeit der Gründung der Bundesrepublik habe das Bauhaus eine Wirkung entfaltet, die als Überlagerung künstlerischer und politischer Diskurse etwa in den Bonner Bundesbauten nachhaltig Spuren in Nordrhein-Westfalen hinterlassen hat.

„Damit und selbstverständlich auch mit den Ursprüngen in Hagen sowie den dringend gebotenen Abgrenzungen vom zweckrationalen Industriebau des Ruhrgebiets und den Erscheinungen des sogenannten Bauhausstils beschäftigt sich die Ausstellung und bietet dem Besucher eine Vielzahl von unterschiedlichen Betrachtungsweisen“, so Scheer.

Das parallel entwickelte Onlineportal www.neues-bauen-im-westen.de stellt über 100 relevante Objekte des Neuen Bauens im heutigen Nordrhein-Westfalen vor. Die Architektenkammer NRW konnte mit den Denkmalpflegeämtern der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) insbesondere Bauwerke der 1920er- und 1930er-Jahre zusammenstellen, die einen umfassenden Überblick gewährleisten.

Von der Jahrhundertwende bis in die 80er-Jahre

Das Spektrum der dargestellten Bauwerke reicht insgesamt vom Beginn des 20. Jahrhunderts über die Nachkriegsmoderne bis in die 1980er-Jahre. Die Website bietet auch die Möglichkeit, regionale Themenschwerpunkte abzurufen und eigene Routen zu erstellen, um die vorgestellten Objekte direkt vor Ort erleben zu können.

Die Wanderausstellung ist bis 23 Juli im Landeshaus, Freiherr-vom-Stein-Platz 1, zu sehen. Der Eintritt ist frei.  

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