Familientreff Viertelchen
215.000 Euro für Treff im Südviertel

Münster -

Seit ziemlich genau einem Jahr gibt es den Familientreff Viertelchen im Südviertel. Jetzt wird der Treff finanziell enorm unterstützt.

Freitag, 12.07.2019, 08:00 Uhr
Felix Braun, Leiter der Beratungsstelle Südviertel, freut sich mit (v.l.) Susanne Stitz, Christiane Feder und Katrin Schuppelius darüber, dass am Standort Familientreff Viertelchen die sozialpädagogische Arbeit ausgebaut werden kann.
Felix Braun, Leiter der Beratungsstelle Südviertel, freut sich mit (v.l.) Susanne Stitz, Christiane Feder und Katrin Schuppelius darüber, dass am Standort Familientreff Viertelchen die sozialpädagogische Arbeit ausgebaut werden kann. Foto: Björn Meyer

Seit fast genau einem Jahr hat der Familientreff Viertelchen an der Hammer Straße 78 seine Pforten geöffnet. Dort können Eltern zusammenkommen, in Café-Atmosphäre ein Wasser oder einen Kaffee trinken und ihre Kinder gleichzeitig spielen lassen.

Doch der Familientreff Viertelchen ist schon nach einem Jahr des Bestehens weit mehr als nur das. Er dient auch als Anlaufstelle bei Sorgen und Problemen von Eltern junger Kinder. Bemerkenswert dabei: Nicht die Stadt zahlt diese Einrichtung. Möglich gemacht wird der Familientreff neben dem Engagement des Vereins Beratungsstelle Südviertel vor allem durch finanzielle Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie. Die bezahlt drei Jahre lang einen Großteil des Angebots und gibt dafür 215 000 Euro.

Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft

Felix Braun, Leiter der Beratungsstelle Südviertel, die bereits seit 44 Jahren existiert, erklärte in dieser Woche, womit der Verein bei der Deutschen Fernsehlotterie genau gepunktet habe. Seit über 40 Jahren schon setze sich die Beratungsstelle Südviertel für Menschen ein, nicht zuletzt für die, die am Rande der Gesellschaft leben. Doch die neuen Angebote seien etwas Besonderes, das man so nicht häufig finde. Einerseits würden sie niederschwellig mit einem Kaffee beginnen, dennoch aber sei eben jederzeit Fachpersonal ansprechbar, wenn Bedarf bestehe, so Braun. „Das wird gut angenommen“, zieht Braun ein Resümee der ersten Wochen. Wohl auch, „weil es etwas Vergleichbares so hier nicht gibt“, wie Sozialpädagogin Susanne Stitz, eine der Fachkräfte im Familientreff Viertelchen, ergänzt.

Dabei müssen es – und das ist ganz wichtig – keine ausgefallenen Sorgen sein, mit denen die Eltern kommen. Das Fachpersonal im Viertelchen ist für alle Probleme ansprechbar. „Ganz häufig geht es um Alltägliches. Essen, Schlafen, Grenzen setzen“, sagt Erzieherin Christiane Feder mit einem verständnisvollen Lächeln. Sie weiß, dass in Zeiten, in denen die Großfamilie häufig wegfalle, schon „Basics“ manchmal fehlen würden.

Was passiert nach der Förderung

Genau aus diesem Grund ist es auch ein großes Spek­trum an Möglichkeiten, das in das Angebot im Viertelchen Einzug gehalten hat. Vater-Kind-Café, entwicklungspsychologische Beratung, ein multikultureller Mitmach-Treff, ein sogenanntes Milch-Café für Schwangere und Mütter von Babys, das Mehrgenerationen-Café oder der Frühstückstreff für Alleinerziehende – dazu an Werktagen tägliche Öffnungszeiten.

Nur eine Frage bleibt noch: Was passiert nach drei Jahren, wenn die Förderung der Deutschen Fernsehlotterie ausläuft? Man werde die Resultate der Arbeit genau beobachten, verspricht Braun und stellt in Aussicht, dass man bei positiven Ergebnissen in Zukunft auf die Finanzierung durch die Stadt Münster hoffe. Gut möglich also, dass der Familientreff Viertelchen in Zukunft auch den Rat der Stadt beschäftigen wird. Als Posten im Haushalt – vielleicht aber auch als Vorbild für andere Stadtteile.

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