Ausstellung „Einladung in (m)ein Musikzimmer“
Frische Sounds direkt aus der Give-Box

Münster -

Zwei Wochen lang konnten in einer Audio-Give-Box in der Stadtbücherei CDs, Platten oder Tonaufnahmen abgegeben werden. Die Box war Teil der Ausstellung „Einladung in (m)ein Musikzimmer“. Jetzt wurde die Box geleert – und neue Musik gebastelt.

Montag, 15.07.2019, 22:00 Uhr
Mitten in der Stadtbücherei wurde neue Musik produziert. Die Schnipsel dafür stammten aus der Audio-Give-Box.
Mitten in der Stadtbücherei wurde neue Musik produziert. Die Schnipsel dafür stammten aus der Audio-Give-Box. Foto: con

Lesen, Stöbern, Lauschen, Experimentieren, Sprechen, Singen – dazu lud die Ausstellung „Einladung in (m)ein Musikzimmer“ zwei Wochen lang ein. In der Stadtbücherei am Alten Steinweg war ein Bücherregal mit Musiklektüre aufgebaut, CDs und Platten, Kopfhörer, Plattenspieler und Sitzgelegenheiten boten Gelegenheit, Musik zu hören. In einer Ecke nahm eine Audio-Give-Box Soundspenden entgegen – ob Platte, CD, Kassetten oder direkt aufgenommene Stimmen.

Albert Ruppelt vom Schallplattenlabel „Trust in Wax“ und Arne Geraedts, Medienpädagoge der Stadtbücherei, hatten die Ausstellung entwickelt. Zu der Aktion gehörten auch Workshops wie das Reinigen und Digitalisieren von Vinylplatten.

Am Samstag wurde die Audio-Give-Box geleert. Ruppelt freute sich über viele Spenden, ob Hörspiel oder Klassik, Schlager oder „abgefahrener Jazz“, so der Produzent. Viele haben auch den Aufnahmeknopf der Box drückten genutzt. „Auch eine Sängerin hat eine Kostprobe gegeben“, sagt Ruppelt. Am Samstag wurde fünf Stunden lang demonstriert, wie aus den Spenden neue Musik entstehen kann. Was sonst „Bedroomproducer“ im stillen Kämmerlein fabrizieren, entstand nun unter den Augen und vor allem Ohren der Büchereibesucher.

"Ein Leidenschaftsthema"

Erfahrene Beatmixer ließen sich über die Schulter schauen und kamen mit Besuchern ins Gespräch. „Noten lesen, ist nicht nötig“, sagte Ruppelt. Etwas Technik, Ideen und Spaß zum Mixen reichen für diese Sounds. Ruppelt war mit dem Tag zufrieden: „Es hat unglaublich Spaß gemacht.“ Unter dem Namen „Atwashere“ produziert er selbst Sounds. Mit ihm produzierten vor Ort Cut Spencer (Paderborn), Wake-Up (Münster), Spexo (Essen) und Wox (Hamburg).

Auch Büchereileiterin Stefanie Dobberke schaute bei den Beatmixern vorbei und ließ sich von deren Sounds mitreißen. „Es ist für mich ein Leidenschaftsthema“, so Dobberke. Abends wurden die Ergebnisse im Schlossgarten beim „Hello my name is“-Konzert vorgestellt. Die Ausstellung habe gut in die Bücherei gepasst, findet Arne Geraedts, schließlich sei es ein Raum für Interaktion. Eine Neuauflage sei noch nicht konkret geplant, aber wahrscheinlich.

Zum Thema

Mittwoch und Donnerstag (17. und 18. Juli) findet in der Stadtbücherei ein Workshop für Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren statt. Im Gleis 22 wird es nach der Sommerpause am 15. September in lockerer Runde wieder Infos zur Musikproduktion geben.

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