Stiftungs-Vorsitz der Alexianer
Ehemaliger Bank-Chef widmet sich „urchristlicher Aufgabe“

Münster -

Er hat seinen Bank-Chefposten mit dem Stiftungs-Vorsitz bei den Alexianern gewechselt. Dr. Hartmut Beiker will auch vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen im Gesundheitswesen die deutschlandweit agierende Alexianer GmbH zukunftssicher machen.

Dienstag, 16.07.2019, 12:00 Uhr
Der liebevolle Einsatz für Hilfsbedürftige und Menschen am Rande der Gesellschaft ist am Hauptsitz der Alexianer GmbH in Amelsbüren auch in Stein gemeißelt. Seit dem 1. Juli ist Dr. Hartmut Beiker Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Alexianerbrüder.
Der liebevolle Einsatz für Hilfsbedürftige und Menschen am Rande der Gesellschaft ist am Hauptsitz der Alexianer GmbH in Amelsbüren auch in Stein gemeißelt. Seit dem 1. Juli ist Dr. Hartmut Beiker Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Alexianerbrüder. Foto: hö

Als Chef der Münsterländischen Bank Thie & Co. hatte er es in erster Linie auf den wirtschaftlichen Erfolg abgesehen. Jetzt hat Dr. Hartmut Beiker vor allem das christliche Werte- und Menschenbild im Blick. Seit dem 1. Juli ist er Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung der Alexianerbrüder.

Profundes wirtschaftliches Know-how und sein Background als erfahrener Banker sind allerdings auch hier von Vorteil. Die Alexianer, einer der größten katholischen Träger im Gesundheitswesen, betreiben deutschlandweit 21 Krankenhäuser (in Münster das Clemenshospital und die Raphaelsklinik) und zahlreiche soziale Einrichtungen mit insgesamt rund 15.500 Mitarbeitern – allein 5350 in Münster. In seinem neuen Büro im Haupthaus der Alexianer in Amelsbüren mit Porträts einiger Alexianerbrüder hinter seinem Schreibtisch gibt sich Beiker bescheiden und spricht von seinem Auftrag, „das Lebenswerk der Alexianerbrüder in der Sorge um kranke, pflegebedürftige Menschen zu erhalten und weiter zu fördern“.

Alexianer zukunftssicher machen

Letztendlich habe er sich aufgrund seiner christlich-karitativen Überzeugung „mit dem Herzen entschieden“, sich beruflich ganz auf die Stiftungsarbeit zu konzentrieren, der er sich während seiner Tätigkeit als Bank-Geschäftsführer bereits nebenberuflich gewidmet habe. „Ich bin davon überzeugt, dass es eine urchristliche Aufgabe ist, im Gesundheitswesen tätig zu sein“, erklärt der 58-Jährige.

Ich bin davon überzeugt, dass es eine urchristliche Aufgabe ist, im Gesundheitswesen tätig zu sein.

Dr. Hartmut Beiker

Angesichts der großen Herausforderungen – darunter steigender Kostendruck und Pflegenotstand – will Beiker dazu beitragen, die Alexianer GmbH zukunftssicher zu machen. Dazu gehöre, die vier Standbeine der Alexianer – Somatik, Psychiatrie, Senioren und Pflege sowie Eingliederung – noch stabiler zu machen und weiter zu wachsen.

Bei allen Strukturreformen dürfe nicht vergessen werden, die Bedingungen für die Menschen in den Krankenhäusern zu verbessern. Dazu gehöre auch, mehr Pflegekräfte einzustellen, um die tägliche Arbeitsbelastung abzusenken. Die Alexianer betreiben bereits vier Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Weitere Investitionen in diesem Bereich seien geplant, so Beiker, der sich als Netzwerker versteht.

Vor Ort „schauen, wo der Schuh drückt“

Auf ihn wird einiges an Reisetätigkeit zukommen, denn er will als Stiftungsvorstand Präsenz in der Region zeigen und in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Werkstätten und Integrationsbetrieben „schauen, wo der Schuh drückt“. In der dezentralen Struktur der Alexianer sieht Beiker „einen großen Wettbewerbsvorteil“. Das Know-how der Menschen vor Ort in den einzelnen Regionen soll verstärkt genutzt werden, um passgenaue Lösungen zu entwickeln.

Erfolgreiche Konzepte

So kommen laut Beiker dann Erfolgskonzepte zustande wie das Alexianer-Hotel in Amelsbüren, dessen Tagungsbereich dank der starken Auslastung derzeit durch einen Neubau verdoppelt wird, die Alexianer-Waschküche als Gastronomie- und Veranstaltungszentrum am münsterischen Bahnhof oder der  neue gas­tronomische Integrationsbetrieb „1648“ hoch oben im Stadthaus 1 .

Baustellenparty im neuen Restaurant „1648“

1/7
  • Das neue inklusive Restaurant „1648“ bietet auch einen Blick auf die Stadt.

    Foto: hpe
  • Bei der Baustellenparty gab es einen ersten Eindruck, wie die neue Gastronomie über Münsters Dächern aussehen wird.

    Foto: hpe
  • Baustellenparty im neuen Restaurant „1648“ Foto: hpe
  • Baustellenparty im neuen Restaurant „1648“ Foto: hpe
  • Baustellenparty im neuen Restaurant „1648“ Foto: hpe
  • Baustellenparty im neuen Restaurant „1648“ Foto: hpe
  • Eine Schubkarre Kaltgetränke zur Baustellenparty (v.l.): Immobilen-Dezernent Matthias Peck, Norbert Mussenbrock (Alexianer), Stadtrat Wolfgang Heuer und der künftiger 1648-Betriebsleiter Stephan Leuker.

    Foto: hpe

Wesentlich bei alledem: die christliche Wertorientierung und Seelsorge. Geistliche Jahrestreffen, Exerzitien und Besinnungstage geben den Mitarbeitern Raum und Zeit für theologische und spirituelle Themen. Denn in allen Einrichtungen der Alexianer, so Hartmut Beiker, „steht der Mensch im Mittelpunkt“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6781706?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker