Handwerkskammer startet „Abenteuer Werkstatt“
Zum Auftakt geht es um die Wurst

Münster -

Kinder und Jugendliche lernen Handwerksberufe kennen. Eine gute Gelegenheit bietet sich dazu in den Sommerferien. Die Fleischer lassen sich zum Auftakt über die Schulter schauen.

Mittwoch, 17.07.2019, 08:00 Uhr
Fleischermeisterin Sarah Jedowski (4.v.r.) erklärt den Workshop-Teilnehmern, wie Würstchen hergestellt werden.
Fleischermeisterin Sarah Jedowski (4.v.r.) erklärt den Workshop-Teilnehmern, wie Würstchen hergestellt werden. Foto: Bauerle

Fleischer werden heute gesucht. Dabei ist der Beruf spannend. Das stellen zurzeit sieben Jugendliche in einem Workshop fest, den die Handwerkskammer in ihrem Bildungszentrum anbietet. Das Abenteuer begann für die Elf- bis 16-Jährigen am Dienstagmorgen. An diesem Tag startete die Handwerkskammer Münster mit ihrem Ferienangebot „Abenteuer Werkstatt“.

Die zweitägigen Schnupperkurse, verteilt über die Sommerferien, reichen unter anderem vom Fleischerberuf bis zum Mediengestalter, vom Maurer bis zum Friseur und vom Tischler bis zum Raumausstatter.

„Es ist eine schöne Ergänzung zur Schule, die meisten bieten heutzutage kaum noch handwerkliche Fächer an“, sagt Ulrike Werning, Ansprechpartnerin in der Handwerkskammer Münster (HWK). Seit 17 Jahren trommelt die Kammer für verschiedene Handwerksberufe. Das Interesse der Schüler an dem freiwilligen Ferienpraktikum ist groß.

Der Workshop unter der Leitung von Fleischermeisterin Sarah Jedowski wird in diesem Jahr von fünf Jungen und zwei Mädchen besucht, dem es nicht „wurscht“ ist, was hier passiert. Am ersten Tag ging es nämlich gleich um die Wurst. Zum Auftakt möchte die Handwerksmeisterin mit ihren Azubis auf Zeit Würstchen herstellen. Dafür müssen die Kinder unter den strengen Blicken von Sarah Jedowski viele Aufgaben erledigen.

Die Gewürze sind abgewogen und das Fleisch vorbereitet, nun geht es daran, den Darm auszuwaschen, in den das Fleisch gepresst werden soll. Julius, der jüngste Teilnehmer in der Gruppe, freut sich auf diesen Job: „Das wollte ich immer schon mal machen.“

Ulrike Werning weiß aus Erfahrung: „In der Fleischer-Gruppe sind die Kinder zunächst am zögerlichsten, dann aber haben sie am meisten Spaß.“ Für den Workshop am Dienstag passt diese Beobachtung.

Aber auch die Möglichkeit, eine erste berufliche Orientierung zu bekommen, scheint den jungen Teilnehmern und natürlich der Kammer wichtig zu sein. Der elfjährige Julius hält die Gruppe auf Trab. Er fasst überall mit an, beantwortet die Fragen von Sarah Jedowski und will alles genau wissen. „Ich koche selber sehr gerne, und deshalb dachte ich, hier mitzumachen, ist sicher toll“, erklärt der Schüler. Allen winkt eine Belohnung für die zweitägigen Anstrengungen, denn die Kinder können ihre selbst hergestellten Würstchen mitnehmen. Zumindest die, die bis dahin noch nicht gegessen wurden.

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