Franziskus-Forum zum Thema „Schnarchen, Schlaf- und Atemstörung“
Wenn die Luft wegbleibt

Münster -

„Nächtliches Sägen“ an sich ist zwar lästig, hat aber noch keinen Krankheitswert. Beim Franziskus-Forum informierten Experten aus dem St.-Franziskus-Hospital und dem Franziskus-Carré über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von „Schnarchen, Schlaf- und Atemstörungen“.

Mittwoch, 17.07.2019, 17:20 Uhr
Die Akteure des Abends (v.l.): Frank Musiol, Dr. Robert Koss, Lars Niehoff, Dr. Jürgen Biermann, Michelle Wennemann, Prof. Dr. Ralf Heermann, Dr. Ulrike Teßarek, Dr. Arne Wichmann, Ulrike van Lochum und Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff.
Die Akteure des Abends (v.l.): Frank Musiol, Dr. Robert Koss, Lars Niehoff, Dr. Jürgen Biermann, Michelle Wennemann, Prof. Dr. Ralf Heermann, Dr. Ulrike Teßarek, Dr. Arne Wichmann, Ulrike van Lochum und Prof. Dr. Daniel Pauleikhoff. Foto: pd

Wenn sich das Schnarchen jedoch verstärkt, Atemaussetzer hinzukommen und die Person zusehends unausgeschlafen ist, besteht Handlungsbedarf, heißt es in einer Pressemitteilung des St.-Franziskus-Hospitals. In einer Anamnese werden demnach zunächst die Beschwerden ermittelt. Dabei hilft ein Fragebogen zur Erfassung der Müdigkeit am Tag und ein Messgerät, das nachts im gewohnten häuslichen Umfeld eingesetzt wird. Bei Bedarf schließt sich eine Untersuchung im Schlaflabor an, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen, heißt es weiter.

Maske sorgt für Luftstrom

Als Goldstandard gilt die sogenannte CPAP-Therapie, bei der die Atemwege mit Hilfe einer Maske durch einen kontinuierlichen Luftstrom während der Nacht offengehalten werden. Gleichzeitig können auch grundsätzliche Maßnahmen hilfreich sein. So beeinflusst nach Angaben der Experten das Körpergewicht den Schlaf. Eine Gewichtsabnahme um zehn bis 15 Prozent könne die Häufigkeit der Atemaussetzer auf die Hälfte reduzieren, erläuterte der Lungenfacharzt und Schlafmediziner Dr. Arne Wichmann.

Prof. Dr. Ralf Heermann aus dem HNO-Zentrum Münsterland gab einen Überblick über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Mit Hilfe der Schlafendoskopie können Ursachen geklärt werden und das Schnarchen kategorisiert werden. In Filmen bekamen die Besucher einen Eindruck von den Erscheinungsformen. Neben apparativen Maßnahmen kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein, wenn anatomische Hindernisse vorliegen oder die Verengungen der Atemwege dauerhaft gefestigt werden können.

Anti-Schnarch-Schiene kann Atemwege freihalten

Auch Zahnmediziner können die richtigen Behandlungspartner sein. So kann eine Anti-Schnarch-Schiene die Atemwege während des Schlafes freihalten und den Kreislauf der Atemaussetzer unterbrechen. Dr. Robert Koss, Experte für Oralchirurgie und Implantologie, erläuterte die Vorteile der Protrusionsschienen und betonte die Anpassung und den Tragekomfort. Auch wenn die gesetzlichen Kranken­versicher­ungen nicht zur Kostenübernahme verpflichtet seien, würden diese in vielen Fällen bei medizinischer Notwendigkeit die Kosten erstatten.

Dr. Jürgen Biermann, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie, zeigte den Zuhörern den Zusammenhang zwischen schlafbezogenen Atemstörungen und dem Herzkreislauf auf.

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