Sommerreise mit Galaxy Brass
Meisterliches zum Silberjubiläum

Münster -

Das Getuschel verstummte, als die Trompeten, Posaunen und Hörner in der Aula der KSHG den ersten Ton anstimmten. Mit einer kurzen, wuchtigen Intrada hieß das Blechbläserensemble „Galaxy Brass“ sein Publikum willkommen. Seit 25 Jahren lotet das Ensemble die Höhen und Tiefen seiner glitzernden Instrumente aus.

Sonntag, 21.07.2019, 16:18 Uhr
Galaxy Brass steht seit 25 Jahren für herausragende Blechbläsermusik.
Galaxy Brass steht seit 25 Jahren für herausragende Blechbläsermusik. Foto: Felicia Klinger

„Zugegeben, das Alter sieht man ihnen nicht an“, bemerkte Alfred Holtmann, der das Ensemble seit 1994 leitet. Es dürfte etwa die fünfte studentische Musikergeneration sein, die mit ihm am Samstagabend ein anspruchsvolles Programm auf die Bühne brachte.

Trotz der Angst vor Selbstüberschätzung wagten sie sich an einen Opernklassiker – die Ouvertüre zur Oper Nabucco von Verdi. Ensemblemitglied Philipp Witte arrangierte das Stück für die Blechbläser. Die präzise Dynamik sowie beeindruckende Soli versetzten das Publikum in die Mailänder Scala. Während Nebukadnezar, der Titelheld der Oper, an seiner Hybris scheitert, wurden die 13 münsterschen Blechbläser mit begeistertem Zwischenapplaus gefeiert. „Von Selbstüberschätzung keine Spur“, raunte ein Zuschauer.

Wie ein Kommentar auf diese Meisterleistung wirkte die „Hymn“ aus der Gospelhall Suite von Chris Hazell, die Dirigent Holtmann kurzerhand in „Galaxy-Brass-Hymne“ umwidmete. Von der Oper über Gospel führte der musikalische Weg in die raue Prärie. Mit einem Medley ehrten die Musiker den Filmkomponisten Ennio Morricone und erweckten die Revolvermänner aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ wieder zum Leben. Nicht nur Westernfans im Publikum quittierten diesen Ausflug mit enthusiastischem Applaus.

Dem Bier in der Pause folgte eine musikalische Weinverkostung. Mit der „Hommage to the Noble Grape­“­ streiften die Blechbläser zahlreiche Weinbaugebiete. Vor allem der deutsche „Hock“ oder besser, der Hochheimer Wein, sorgte mit Volksmusikzitaten für Erheiterung. Ein kurzer Abstecher beim Mann im Mond mit dem Klassiker „Moonriver“ endete in Indien. In „A Redbridge Raga“ verschmolzen Elemente englischer Popmusik mit indischem Volkstanz. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und die Zuschauer wären zum Tanzen aufgesprungen.

Mit Standing Ovations erklatschte sich das musikbegeisterte münsterische Publikum einen mitreißenden Ausflug an die Copacabana, den zwei mehr oder weniger zufällig ausgewählte Zuschauer mit Cowbells perkussiv unterstützten. Gegen weitere galaktische 25 Jahre hätte an diesem Abend wohl niemand etwas einzuwenden gehabt.

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