Team Lootboys Millionenchance
Münsterisches Start-up bei Fortnite-Weltmeisterschaft in New York

Münster -

Chance auf Millionen: Das münstersche Gamer-Team Lootboy fliegt nach New York, um sich den Fortnite-Weltmeistertitel zu holen. Doch da haben ein paar andere Teams noch ein Wörtchen mitzureden.

Mittwoch, 24.07.2019, 09:00 Uhr
Starten mit ihrer Gamer-App und Team Lootboy gerade durch: Arash Vatanparast (l.) und Andre Kuschel.
Starten mit ihrer Gamer-App und Team Lootboy gerade durch: Arash Vatanparast (l.) und Andre Kuschel. Foto: Alexander Heflik/Team Lootboy

Das Arthur Ashe Stadium in Flushing Meadows wird ausverkauft sein. 25 000 Zuschauer, in der Regel kostet ein Platz 50 Dollar oder mehr. Zig Millionen Menschen werden das Spektakel im Livestream verfolgen. Gigantische 30 Millionen Dollar Preisgeld winken, jeder der Einzelstarter erhält 100 000 Dollar, jedes Duo auch. Keiner verlässt die Arena mit weniger als 50 000 Dollar.

Die Sieger sind mit einem Schlag reich, drei Millionen Dollar warten. Ruhm, Heldenstatus und jede Menge Geld stecken da drin. Auch für Team Lootboy, eine Art Champion-League-Team aus Münster. Es geht um die Fortnite-Weltmeistertitel im Solo und Duo, ein virtuelles Überlebens-Spiel aus dem Battle-Royal-Genre. New York City, wo sonst soll sowas möglich sein?

Statt Tennis: E-Sport 

Dort, wo normalerweise die besten Tennis-Profis der Welt zwei Wochen lang die US Open ausspielen, ist am Wochenende der Nabel der E-Sports-Welt zu finden. Besagtes Team Lootboy aus Münster hat in der mehrmonatigen WM-Qualifikation bereits in der zweiten Turnier-Woche alles klargemacht für New York.

Mittwoch geht es in den Flieger, Freitag ist das große Opening, wenn Profis gegen Prominente spielen, am Samstag geht es um alles, Sonntag folgt die Solo-Klasse. Mexe und Skram lauten die Pseudonyme der Gamer von Team Lootboy.

Voll dabei von Anfang an 

„Fragen Sie mal in einer Schule nach, die meisten werden Lootboy, Mexe und Skram kennen“, sagt Andre Kuschel. Das Computerspiel „Fortnite“ kennen noch mehr Menschen, kein Spiel erfreut sich aktuell wohl größerer Beliebtheit. Dabei hat Epic Games das Spiel erst vor zwei Jahren erst veröffentlicht.

Hinter dem Gamer-Start-Up Lootboy aus Münster stehen Kuschel und Arash Vatanparast als Geschäftsführer. 2017 haben sie das Unternehmen gegründet und gut ein Jahr an der App getüftelt und geplant. „Wir wollten, dass die App sofort funktioniert“, blickt Kuschel zurück, technische Kinderkrankheiten sollte es nicht geben, die Netz-Gemeinde verzeiht das nicht. Schon in der Testphase rutschten rund 300 000 User rein.

"Alles, was mit Gaming zu tun hat"

Seit 2018 läuft das Geschäft, aktuell mit nun drei Millionen Usern, über eine Million Mal wurde die App heruntergeladen, der Umsatz liegt im hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Rund 20 Mitarbeiter halten die Shopping App am Laufen, In-Game-Items, Gutscheine, aber auch Tassenuntersetzer, ein Comic und demnächst ein Energy-Drink werden angeboten. Dazu der virtuelle Lootboy, der eine Art omnipräsenter Kommentator der Verkaufsidee ist.

Alles, was mit Gaming zu tun hat, gehöre zum Geschäft, sagt Kuschel. Aktuell sind 35 Projekte in Bearbeitung. Er sagt auch, die Kundschaft sei zufrieden, Kuschel grinst: 136 000 Bewertungen, Durchschnittswert 4,6 von 5,0 – läuft. Sie sehen sich als Schnittstelle zwischen den großen und kleinen Spiele-Anbietern und den Gamern. Der Markt ist riesengroß.

Multinationales Projekt

Das professionelle Profi-Team soll das Aushängeschild sein, Lootboy – was übersetzt sowas wie der Junge mit dem Beutel bedeutet – ist die Marke. Mexe heißt mit bürgerlichem Namen Layton Partridge und kommt aus Plymouth. Skram wohnt im beschaulichen Snekkesten in Dänemark, gut 50 Kilometer von Kopenhagen entfernt. „Wie viele Spieler kommen aus München, die für Bayern in der Champions League spielen“, fragt Vatanparast und ist stolz auf sein multinationales Projekt.

Die beiden Starspieler wurde gesichtet und verpflichtet. Sie brauchen die Besten für ihre Idee, Mexe und Skram könnten dazugehören im Fortnite-Duo. Mittlerweile hat das Team einen eigenen Trainer, im Bootcamp in München wurde der WM-Start vorbereitet. Wirklich professionell. Team Lootboy rechnet sich was aus, das Unternehmen Lootboy auch.

Nichts ist ausgeschlossen 

Der Haken bei dem Duo: Beide sind noch nicht volljährig, der eine ist 16, der andere 17. Die Unterschrift der Eltern ist notwendig, damit sie teilnehmen, reisen, die Prämien einstecken dürfen. Beide E-Sportler sind wohl im besten Alter für das, was sie da gerade machen. Für New York ist nichts ausgeschlossen.

Royal Battle eines Fantasy-Shooter-Games, das Duett hat es drauf. „Sie könnten als gemachte Menschen zurückkommen.“ Vatanparast hält nichts für ausgeschlossen. 3 000 000 Millionen Dollar für jeden Gamer, der das Turnier gewinnt.

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