Ausbildungsoffensive am UKM
Mit Azubis gegen Mangel

Münster -

Pflegekräfte werden überall gesucht, auch in Münster. Das Uniklinikum setzt auf die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten. Und hat gute Argumente, um neue Fachkräfte zu locken.

Donnerstag, 01.08.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 01.08.2019, 13:41 Uhr
Johanna Lutz (l.) und Birte Sommer haben sich sehr bewusst für den Pflegeberuf entschieden.
Johanna Lutz (l.) und Birte Sommer haben sich sehr bewusst für den Pflegeberuf entschieden. Foto: UKM/Wibberg

282 Frauen und Männer werden am Universitätsklinikum Münster (UKM) aktuell in der Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflege ausgebildet – Tendenz steigend. Denn Pflegekräfte werden überall dringend gesucht. Das UKM setzt daher unter anderem auf die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten. Aber wer entscheidet sich für einen Beruf, über den in der Öffentlichkeit zurzeit häufig debattiert wird?

Das Studium hat Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, dass ich mit den Händen arbeiten und mit Menschen in Kontakt sein will. Außerdem hat mich der medizinische Bereich schon immer interessiert.

Johanna Lutz

Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen, Schichtdienst, und noch dazu ist die Arbeit körperlich schwer – Johanna Lutz kennt diese und weitere Argumente, die für viele gegen die Arbeit in der Krankenpflege sprechen. Dennoch hat sich die 23-Jährige nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium in den Fächern Deutsch und Englisch ganz bewusst für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin entschieden, heißt es in einer Pressemitteilung des UKM. „Das Studium hat Spaß gemacht, aber ich habe gemerkt, dass ich mit den Händen arbeiten und mit Menschen in Kontakt sein will. Außerdem hat mich der medizinische Bereich schon immer interessiert“, begründet sie ihre Entscheidung.

Viele Möglichkeiten zum Hineinzuschnuppern

Birte Sommer wusste nach der Schule noch nicht, in welche Richtung es für sie gehen sollte. Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) auf der Früh- und Neugeborenenstation des UKM brachte Klarheit. „Das FSJ war für mich eine gute Gelegenheit, um den Krankenhausalltag kennenzulernen“, sagt sie. Seit dem 1. Mai macht die 20-Jährige eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin.

Ein Praktikum, ein FSJ oder ein Bundesfreiwilligendienst – Möglichkeiten, vorab in die Pflege „hineinzuschnuppern“, gibt es viele. Birte und Johanna empfehlen das auch allen Interessierten: „So kann man gut herausfinden, ob der Beruf das Richtige ist“, meint Johanna Lutz.

Beide Frauen haben im Mai ihre Ausbildung begonnen. Ein weiterer Jahrgang startet im Oktober, voraussichtlich wird es in diesem Jahr einen zusätzlichen dritten Kurs im November geben. „Wir versuchen auf vielen Wegen junge Menschen für die Pflege zu begeistern“, erklärt UKM-Pflegedirektor Thomas van den Hooven.

Ein Vorurteil in der Pflege können die angehenden Pflegerinnen übrigens bestätigen: Die Pflege ist eindeutig weiblich dominiert: Von den 282 Auszubildenden sind 86 Prozent Frauen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6818834?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker