Rückkehr des Kunstwerks rückt näher
Brunnen-Initiative stellt Bauantrag

Münster -

Die Rückkehr eines der beliebtesten Kunstwerke der Skulptur-Projekte 2017 rückt näher. Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ hat jetzt den Bauantrag für den Brunnen von Nicole Eisenman eingereicht. Im Sommer 2020 soll er wieder an seinem angestammten Platz stehen – an der Promenade, unweit der Kreuzschanze.

Samstag, 03.08.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2019, 10:07 Uhr
Der Eisenman-Brunnen war eine der Attraktionen der Skulptur-Projekte 2017. Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ arbeitet daran, dass er 2020 an seinen alten Platz an der Promenade zurückkehrt.
Der Eisenman-Brunnen war eine der Attraktionen der Skulptur-Projekte 2017. Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“ arbeitet daran, dass er 2020 an seinen alten Platz an der Promenade zurückkehrt. Foto: Gerhard H. Kock

Die Rückkehr eines der beliebtesten Kunstwerke der Skulptur-Projekte 2017, der Brunnen der amerikanischen Künstlerin Nicole Eisenman, rückt näher. Die Initiative „Dein Brunnen für Münster“, die in den vergangenen eineinhalb Jahren Spenden in Höhe von insgesamt 375 000 Euro für den dauerhaften Erhalt des Kunstwerks gesammelt hatte, hat nun den Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Dies bestätigten Soetkin Stiegemeier-Oehlen und Manfred Petermann von der Initiative gegenüber unserer Zeitung. Sie hoffen, dass der Antrag bis zum Herbst genehmigt wird.

In den vergangenen Monaten war es ruhiger um die Initiative geworden. Im Hintergrund sei gleichwohl hart an der Umsetzung des Vorhabens gearbeitet worden, so Stiegemeier-Oehlen. Beim Land hat die Initiative einen Förderantrag in Höhe von 200.000 Euro gestellt – auch hier hoffen die Brunnen-Freunde auf eine Bewilligung im Herbst.

Zurück an den alten Standort

Ebenfalls bis zum Herbst will der Verein eine Stiftung auf den Weg bringen, die das Kunstwerk formal erwerben und dessen Unterhaltung in den kommenden Jahren sicherstellen soll. Brunnen-Mitstreiter Manfred Petermann spricht daher von einem „Herbst der Entscheidung“. Und zeigt sich zugleich „optimistischer denn je“, dass das Kunstwerk bis zum Sommer 2020 an seinen alten Standort zurückkehren wird.

Genehmigt das Land die beantragte Förderung, verfügt die Initiative über 575.000 Euro. In diesem Betrag sind auch 50.000 Euro erhalten, die der Rat der Stadt für das Kunstwerk bewilligt hatte. „Wir haben die Zusage mehrerer Unternehmen, dann den Deckel zuzumachen“, so Stiegemeier-Oehlen – also noch Geld draufzulegen.

Auftrag an Eisenman wahrscheinlich

Weitere Mittel sollen durch den Verkauf einer Druckgrafik-Edition zusammenkommen. Nicole Eisenman werde der Initiative 25 der insgesamt 50 Exemplare zur Verfügung stellen, so Petermann. Die Grafiken werden von Mike Karstens gedruckt, der für weltberühmte Künstler wie Gerhard Richter arbeitet. Die Edition soll ebenfalls im Herbst auf den Markt kommen.

Petermann geht davon aus, dass die Initiative in wenigen Monaten Nicole Eisenman den Auftrag für das Kunstwerk erteilen wird. Der Brunnen wird, wie 2017, aus fünf Skulpturen bestehen. Zwei Bronze-Skulpturen, die aktuell in Düsseldorf eingelagert sind – und drei weiteren Skulpturen, an denen sie aktuell in New York arbeitet. Aus welchem Material sie sein werden, stehe noch nicht endgültig fest, so Stiegemeier-Oehlen.

Materialkosten von 600.000 Euro

Der Brunnen soll ein Unikat sein. Nicole Eisenman will das Kunstwerk der Initiative schenken, diese muss lediglich die Materialkosten in Höhe von 600.000 Euro begleichen. Zum Vergleich: Zwei ähnliche Brunnen von Nicole Eisenman sind kürzlich in Boston und Dallas in den USA aufgestellt worden. Diese kosteten jeweils drei Millionen Euro.

Nicole Eisenman zählt aktuell zu den teuersten Künstlerinnen weltweit. In diesem Jahr waren Werke der Amerikanerin unter anderem auf der Biennale in Venedig und der renommierten Whitney Biennale in New York zu sehen.

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