500 Drehtage in den Anden
Naturfilmer aus Münster für Emmy nominiert

Münster -

Drei Jahre lang war Naturfilmer Christian Baumeister für drei Filme in den Anden unterwegs. Einzigartige Aufnahmen brachte er mit. Jetzt ist der 47-Jährige für einen Filmpreis in zwei Kategorien in den USA nominiert.

Montag, 05.08.2019, 01:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 07:09 Uhr
Christian Baumeister beim Dreh für die dreiteilige Serie in den Anden.
Christian Baumeister beim Dreh für die dreiteilige Serie in den Anden. Foto: Light &Shadow TV

Christian Baumeister ist Naturfilmer und als solcher weltweit in einsamen Gegenden unterwegs. Am 24. September könnte dem 47-Jährigen dagegen ein Auftritt auf großer Bühne blühen. Baumeister ist für einen „News & Documentary Emmy“ in den USA nominiert, der in verschiedenen Kategorien vergeben wird. Pro Kategorie werden fünf Filme nominiert. Der Naturfilmer, der in Münster die Firma „Light & Shadow“ betreibt, ist für den Kamerapreis und für den Preis „Musik und Sound" benannt worden.

„Eine sehr gute Nachricht für unsere 2018 fertiggestellte große Naturfilmserie über die Anden“, sagt Produktionsleiterin Dr. Petra Löttker. Zwei der drei Filme aus der Serie sind vorgeschlagen. „Der Non-Fiction- Fernsehpreis der USA – und das als deutsche beziehungsweise nicht amerikanische Produktionsfirma: Da ist die Nominierung eine ganz besondere Ehre“, heißt es weiter.

Drei Jahre unterwegs

Über drei Jahre waren Christian Baumeister und sein Team für die Serie unterwegs. Gedreht wurde in sechs Ländern, an mehr als 500 Drehtagen. Über 30 000 Reisekilometer legte die Crew im Geländewagen zurück. Wochenlang folgte sie einer Brillenbär-Familie in fast 5000 Metern Höhe durch sumpfiges Hochland.

Um den Tanz der Flamingos zu filmen, zogen sich die Kameraleute einen rosa Tarnanzug an und wateten auf rund 4000 Metern Höhe kilometerlang durch Schlamm und eiskaltes Wasser der Laguna Colorado, deren Wasser von winzigen Algen rot gefärbt ist.

Extreme Herausforderungen

In einer Folge der dreiteiligen Serie „Die Anden – Natur am Limit“ begleitet Christian Baumeister ein Vikunjafohlen in den ersten Lebenswochen. Vikunja-Geburten ereignen sich nur am Vormittag: Wer zu spät geboren wird, läuft Gefahr, die erste Nacht nicht zu überleben. Denn der Temperaturunterschied zwischen Nacht und Tag kann über 20 Grad betragen – oft tragen die kleinen Wildkamele morgens Eiskristalle in ihrem dichten Fell.

Der Naturfilmer aus Münster zeigt, wie die Tiere extreme Herausforderungen meistern. Die Krönung wäre nun der Preis, über den er sich für Film „Die Anden – Natur am Limit: Wüstes Hochland“ in der Kategorie „Outstanding Music & Sound“ gemeinsam mit Kath­leen Brenner, Carmen López Carreño, Alexander Weuffen und Oliver Heuss freuen würde. Für den Film „Die Anden – Natur am Limit: Raues Patagonien“ standen neben Christian Baumeister auch Christian Muñoz Donoso und Christiaan Muñoz Salas hinter der Kamera.

Film über Rieselfelder geplant

Der Naturfilmer aus Münster begann seine Karriere im Jahr 1980. Nach seinem Biologiestudium an der Uni in Münster und einem Aufenthalt an der Hochschule in Derby (England) machte er sich 2001 selbstständig. Seit 2007 ist er mit seiner Firma „Light & Shadow“ an der Badestraße ansässig.

Baumeister erhielt für seine Filme, die einen enormen Arbeitsaufwand erfordern, bereits zahlreiche Preise. Petra Löttker berichtet, dass für einen 45-minütigen Film etwa ein bis zwei Jahre lang gedreht wird. Aktuell beschäftigt sich Baumeister mit einem Film über die Rieselfelder.

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