Prozess vor dem Landgericht
Messer in der Küche gezückt: „Du musst nun sterben“

Münster -

Ein 29-Jähriger muss sich seit Montag vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Im Februar soll er versucht haben, seinen 23-jährigen Mitbewohner mit einem Messer zu töten.

Montag, 05.08.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 12:32 Uhr
 
 

„Du musst nun sterben“: Diese Worte soll ein 29-Jähriger gesagt haben, als er am 5. Februar 2019 die Küche seiner Wohnung an der Grevener Straße betrat, wo sich gerade sein Untermieter aufhielt. Der 29-Jährige versuchte danach, mit einem Messer auf den 23-Jährigen einzustechen.

Es kam zu einem verzweifelten Kampf, erst hielt der 23-Jährige den 29-Jährigen in Schach, dann konnte sich der 29-Jährige befreien – und dem Jüngeren fünf Stiche im Rückenbereich zufügen. Einer traf die Lunge, der 23-Jährige musste in der Uniklinik notärztlich versorgt werden. Er überlebte.

Akute Psychose?

Seit Montag muss sich der 29-Jährige nun wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Münster verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat unter einer akuten paranoiden Psychose litt und schuldunfähig ist. Ihm droht daher im Falle einer Verurteilung die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Bereits jetzt ist der 29-Jährige in einer Klinik des LWL in Rheine untergebracht.

Der Prozessauftakt geriet nur kurz. Der Staatsanwalt verlas die Anklageschrift, die der Angeklagte lediglich ein mal, durch einen Zwischenruf, kommentierte. „Das stimmt gar nicht“, so der 29-Jährige. Weiter wollte er nicht zu der vorgeworfenen Tat Stellung beziehen. Die Verhandlung wird im Beisein eines psychiatrischen Gutachters in der kommenden Woche fortgesetzt.

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