Ex-Misfits-Sänger Michale Graves in der Sputnikhalle
Ekstase in Totenkopf-Optik

Münster -

Ganz schön gruselig: Ex-Misfits-Sänger Michale Graves kam in der Sputnikhalle mit Zylinder, Zwangsjacke, und Totenkopf-Schminke auf die Bühne. Die Fans im Horrorpunk-Wohnzimmer genossen es in vollen Zügen.

Montag, 05.08.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 16:11 Uhr
Unter der Zwangsjacke ganz persönlich: Michale Graves gab sich nicht nur gruselig, sondern auch publikumsnah. Mit dabei war auch Gitarrist Loki, mit dem Graves seit über 15 Jahren Musik macht.
Unter der Zwangsjacke ganz persönlich: Michale Graves gab sich nicht nur gruselig, sondern auch publikumsnah. Mit dabei war auch Gitarrist Loki, mit dem Graves seit über 15 Jahren Musik macht. Foto: Anna Girke

Weiße Zwangsjacke, Zylinder und geschminkt als Totenkopf: Michale Graves ist ein Horrorpunk-Urgestein, was er am Samstag in der Sputnikhalle unter Beweis gestellt hat. Dort ließ er Lieder aus den Misfits-Alben „American Psycho“ und „Famous Monsters“ aufleben. Das begeisterte Publikum tanzte und sang zu Klassikern wie „Scream!“ und „Crimson Ghost“.

Aber nicht nur die Musik, sondern auch die Musiker selbst waren voller Energie: Der gebürtige Amerikaner, der mit bürgerlichem Namen Michael Emanuel Graves heißt, sprang über die Bühne bis seine Grusel-Schminke vom Schweiß verlief. Tony Baptist, wie Graves aus New Jersey, verlangte seinem Schlagzeug einiges ab und auch Gitarrist Loki, der bereits seit über 15 Jahren mit Graves zusammenarbeitet, gab alles. Müdigkeit oder Erschöpfung waren nicht zu spüren, auch wenn die Musiker erst am Abend davor beim „Wacken Open Air“-Festival in Schleswig-Holstein aufgetreten waren.

Großer Moment für einen Fan

Der ehemalige Misfits-Sänger – 2000 verließ er die Band – gab sich in der Sputnikhalle, ganz genregemäß, gruselig, teils ekstatisch, aber immer persönlich. Beim Betreten der Bühne in weißer Zwangsjacke mit erhobenen Armen in zu langen Ärmeln grinste der 44-Jährige verrückt, suchte aber immer wieder den Kontakt zum Publikum. Bei einigen Liedern sang Graves mit geschlossenen Augen, als wäre er in einer eigenen Welt, zu anderen tanzte er mit Fans in der ersten Reihe. Einem schenkte er sogar seine Halskette.

Ein Großteil der Konzertbesucher konnte nicht nur jeden Liedtext, aus der schwarz gekleideten Masse lächelte der eine oder andere Misfits-Totenkopf von den T-Shirts. Manche hatten das Bandlogo sogar tätowiert.

Die Sputnikhalle bot für den Anlass die optimale Kulisse: Dunkel und klein, ohne dabei eng zu wirken, war sie wie ein Horrorpunk-Wohnzimmer und erzeugte ein Gemeinschaftsgefühl, das auch Michale Graves in einer kurzen Ansprache wertschätzte. Während des 120-Minuten-Sets erweckten der Sänger und seine Band alte Misfits-Lieder zum Leben– mit Totenkopf und in Zwangsjacke, lebendig und ungezwungen, immer voller Grusel-Charme.

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