Historisches Dokument im Stadtmuseum
Zehn Pflichten für Münsters Radfahrer von 1938

Alt und doch aktuell: In der Ausstellung „Alles auf Leeze“ im Stadtmuseum an der Salzstraße wird die Entwicklung der Fahrradstadt Münster dokumentiert. Unter anderem durch ein Schriftstück mit „Zehn Pflichten für Radfahrer“.

Montag, 05.08.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2019, 17:07 Uhr
Historisches Dokument im Stadtmuseum: Zehn Pflichten für Münsters Radfahrer von 1938

Es wird immer enger auf Münsters Straßen: Zu Autos, Fahrrädern und Fußgängern gesellen sich nun auch noch die E-Scooter. Eine Premiere im Straßenverkehr. Doch auch das Fahrrad – wenn auch nur schwer vorstellbar – war mal neu in Münster.

Davon zeugt die aktuelle Ausstellung „Alles auf Leeze“ im Stadtmuseum an der Salzstraße. Die Ausstellung dokumentiert laut einer Pressemitteilung der Stadt anschaulich die Entwicklung der Fahrradstadt Münster. Um die gemeinsame Nutzung der Straße zu regeln, wurden schon 1938 die Radfahrer mittels zehn Pflichten ermahnt, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. In den Regeln steht unter anderem, dass immer die Radwege zu benutzen sind – und die Hände immer am Lenker und die Füßen immer auf den Pedalen bleiben müssen. 

Regeln auf Fahrradstraßen

1/8
  • Was ist denn eine Fahrradstraße? Mit diesem Schild können viele Verkehrsteilnehmer wenig anfangen. 1997 wurden durch die sogenannte Fahrrad-Novelle der Straßenverkehrsordnung die Regeln für Fahrradstraßen festgelegt:

    Foto: dpa
  • Als Fahrradstraßen werden Straßen bezeichnet, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind.  Sie sollen Vorteile gegenüber dem Kfz-Verkehr schaffen und so auch zu mehr Sicherheit für Radfahrer führen.

    Foto: Jan Hullmann
  • In Deutschland ist die Nutzung einer solchen Fahrradstraße dem Radverkehr vorbehalten. Radfahrer dürfen hier auch nebeneinander fahren.

    Foto: Michael Grottendieck
  • Soll die Straße auch durch andere Fahrzeuge befahren werden, muss dies durch Zusatzzeichen ausgeschildert sein. So kann zum Beispiel der Autoverkehr für Anlieger oder nur in eine Richtung erlaubt sein.

    Foto: Jan Hullmann
  • Radfahrer haben auf einer Fahrradstraße Vorrang vor Autos und anderen Fahrzeugen, welche diese Straße benutzen. Doch dies bedeutet nicht, dass Fahrradfahrer auch an Kreuzungen Vorfahrt haben, hier gilt – sofern nichts anderes ausgeschildert wurde – „rechts vor links“.

    Foto: Jan Hullmann
  • Andere Kraftfahrer müssen sich auf der Fahrradstraße dem Radverkehr anpassen, sodass ein Behinderung oder Gefährdung der Radfahrer vermieden wird. Das gilt insbesondere auch für Überholvorgänge. Dabei muss ein ausreichender Seitenabstand - laut Rechtsprechung mindestens  1,5 Meter - eingehalten werden.

    Foto: Tobias Denne (Archiv)
  • Auf einer Fahrradstraße muss die Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen  immer angepasst sein. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt darüber hinaus immer 30 km/h. Darauf weist auch dieses Schild am Lindberghweg in Münster hin.

    Foto: Stadt Münster (Archiv)
  • Zu den zwölf bestehenden Fahrradstraßen in Münster sollen noch zehn weitere hinzukommen.

    Foto: Martin Kalitschke, Grafik: Jürgen Christ
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6829758?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker