Verurteilung wegen Drogenhandels
„Sie haben einfach weitergemacht“

Münster -

Er wurde beim Drogenschmuggel an der Grenze erwischt, am Bremer Platz aufgegriffen und schließlich verkaufte er einem Polizisten gleich mehrfach Drogen. Dafür muss ein Münsteraner jetzt lange ins Gefängnis.

Dienstag, 06.08.2019, 16:01 Uhr aktualisiert: 06.08.2019, 16:14 Uhr
Verurteilung wegen Drogenhandels: „Sie haben einfach weitergemacht“
Der Mann wurde zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt (Symbolbild). Foto: dpa

Zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten ist ein 48-jähriger Mann aus Münster am Dienstag vor dem Landgericht verurteilt worden. Ihm wurden Erwerb, Einfuhr und der Handel harter Drogen, in einem Fall auch bewaffneter Handel, zur Last gelegt.

Seit über 30 Jahren ist der Münsteraner der Polizei bekannt. Schon mit 15 musste er sich ersten Anklagen wegen Diebstahls, später auch wegen Körperverletzung, Betrugs und der Erschleichung von Leistungen stellen. Bereits als Jugendlicher wurde er zu Arrest verurteilt, auch als Erwachsener ging es für ihn mehrfach ins Gefängnis. Doch im Zusammenhang mit harten Drogen fiel der Münsteraner erst seit 2017 auf. Er konsumierte Kokain und verkaufte die Droge, ebenso wie Heroin, offenbar auch selber.

Drogen über die Grenze geschmuggelt

Auf dem Bremer Platz, Münsters Platte, kannte man ihn unter dem Spitznamen Mitch. Wenn er dort aufgetaucht sei, habe sich umgehend eine Traube aus Menschen um ihn gebildet, hatte ein Polizist vor Gericht ausgesagt, der nicht nur den Beschuldigten observierte, sondern schließlich als Scheinkäufer an drei Tagen in Folge bei dem Beschuldigten Drogen erwarb.

Doch das war keineswegs alles. Schon vorher war der Mann zwei Mal als Insasse eines holländischen Taxis dabei aufgefallen, wie er Drogen über die Grenze schmuggelte. Hinzu kamen zwei Anklagen, weil er bei Kontrollen auf dem Bremer Platz mit Drogen und viel Bargeld aufgefallen war.

Angeklagter hatte Tier-Abwehrspray

Ein zusätzlicher Punkt der Anklage war ein sogenanntes Tier-Abwehrspray, das der Angeklagte in einem Fall bei sich trug. Er habe sich und seinen schon mehrfach attackierten Hund damit vor anderen Hunden schützen wollen, so die Aussage des Angeklagten. Der Richter indes folgte weder dieser Einlassung noch zu weiten Teilen den Ausführungen der Verteidigerin, die eine Freiheitsstraße von zwei Jahren und sechs Monaten beantragt hatte.

Erschwerend wertete das Gericht zudem, dass der Angeklagte nach den ersten Aufgriffen durch die Polizei nicht von seinem Handeln abgelassen hatte. „Sie haben einfach weitergemacht“, so der Vorsitzende Richter. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von fünf Jahren für den Angeklagten gefordert.

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