Stadt legt neue Jagdstatistik vor
Fast 2000 Rabenkrähen geschossen

Münster -

Die Stadt Münster hat eine neue Jagdstatistik vorgelegt. In der Jagdsaison 2018/2019 wurden fast 2000 Rabenkrähen geschossen, aber auch eher seltene Arten wie Dachs oder Hermelin. Der Leiter der Jagdbehörde betont indes, dass den Jägern die Hege und Pflege ihrer Reviere viel wichtiger sei als die Jagd.

Donnerstag, 08.08.2019, 08:00 Uhr
Fast 2000 Rabenkrähen wurden im Jagdjahr 2018/2019 erlegt.
Fast 2000 Rabenkrähen wurden im Jagdjahr 2018/2019 erlegt. Foto: dpa

Vor allem in Städten breiten sich Rabenkrähen immer mehr aus. Da verwundert es nicht, dass diese Vogelart die Statistik des Jagdjahres 2018/2019 anführt. Fast 2000 Exemplare dieser Vogelart wurden in Münster geschossen – das sind fast 400 mehr als im Jahr zuvor, berichtet Manfred Geers, neuer Leiter der Unteren Jagd- und Fischereibehörde der Stadt.

86 Jagdreviere gibt es in Münster, sie verteilen sich auf drei Hegeringe. Die Innenstadt ist befriedet, das heißt: Hier darf nicht gejagt werden. Aktuell haben 2130 Münsteranerinnen und Münsteraner einen gültigen Jagdschein – eine im bundesweiten Vergleich recht hohe Zahl, so Geers.

Deutlich günstiger

Für sie ist die Jagd neuerdings deutlich günstiger. Wer zum Beispiel bei der Stadt einen Jagdschein für drei Jahre beantragt, zahlt nur noch eine Verwaltungsabgabe in Höhe von 60 Euro – die Jagdabgabe über weitere 135 Euro wurde gekippt, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster Zweifel an deren Rechtmäßigkeit geäußert hatte.

Diese Tiere leben im Stadtgebiet von Münster

1/5
  • Biberratten - auch Nutria genannt - sind in Münster auch zu finden.

    Foto: dpa
  • Dieser Mäusebussard wurde im Schlosspark gesichtet.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch Wildschweine...

    Foto: Dietmar Jeschke
  • ...sowie Waschbären leben in Münster.

    Foto: dpa
  • Dieser Graureiher wurde an der Promenade entdeckt.

    Foto: Martin Kalitschke

Während bundesweit die Zahl der Jäger zunimmt, ist sie in Münster seit Jahren konstant, sagt Geers. Rund 20 Münsteraner kommen pro Jahr hinzu, darunter seien auch junge Leute zwischen 16 und 25 Jahren.

Es geht ums Naturerlebnis

Jeder Jäger muss die Jägerprüfung bestehen. Geers hat sie in diesem Jahr mit Erfolg absolviert, der Unterricht erstreckte sich über mehrere Monate und kostete ihn rund 2000 Euro. Den Jägern gehe es nicht ums Schießen, sondern vor allem um das Naturerlebnis und die Hege und Pflege des Reviers, betont Geers. „Ihr Ziel ist es, ein intaktes Revier zu haben. Als Jäger muss man unbedingt naturverbunden sein.“

Jagdstatistik 2018/19

Im Stadtgebiet durften in der vergangenen Jagdsaison rund 20 000 Hektar Fläche bejagt werden. Die Statistik führen Rabenkrähen an, 1944 Exemplare dieser Vogelart wurden geschossen. Es folgen Rehe (868), Wildkaninchen (657), Füchse (439), Elstern (436), Feldhasen (411) und Fasane (365) – wobei ein Teil dieser Tiere Opfer von Verkehrsunfällen wurde. Die Jagdstatistik führt zudem Arten wie Bisam (30), Waschbär (24), Kanadagans (112), Hermelin (9) und Dachs (35) auf.

...

Das sei bei ihm nicht anders: „Es ist ein tolles Erlebnis, morgens den Sonnenaufgang im Wald zu erleben und den Geräuschen zu lauschen. Ich weiß nicht, ob ich ein Tier schießen könnte.“ Bislang habe er noch kein Tier erlegt.

Bei etlichen Tieren beginnt in diesen Wochen die Jagdzeit, sie läuft – je nach Art – bis Ende des Jahres oder bis zum kommenden Frühjahr. Während die Bestände an Hasen, Fasanen oder Rebhühnern immer mehr zurückgehen, weil Felder intensiv bewirtschaftet werden und Ackerrandstreifen verschwinden, verbreiten sich andere Arten, die hier eigentlich gar nicht hingehören, umso mehr. Kanadagänse zum Beispiel – oder Waschbären.

Sicherheit hat Priorität

Quoten gibt es für bestimmte Arten in Münster nicht, betont Geers. „Theoretisch können die Jäger so viele Tiere schießen, wie sie wollen – doch das geschieht nicht, unsere Jäger handeln verantwortungsvoll.“ Erst kürzlich habe ihm ein Jäger erzählt, dass er einen wunderschönen Rehbock gesehen habe. „Er sagte zu mir: Ich habe ihn laufen gelassen.“ Ziel sei es, geschossene Tiere zu verwerten, vor allem als Nahrungsmittel. „In Bayern kommt sogar der Dachs auf den Teller“, berichtet Geers.

Oberste Priorität bei der Jagd habe die Sicherheit, „das ist uns bei der Vorbereitung auf die Jägerprüfung immer wieder eingebläut worden“. So dürfe nur ein Schuss abgegeben werden, wenn sich hinter dem Tier ein natürlicher Kugelfang befindet. Außerdem sei die Schussrichtung vorgegeben. „Ein Jäger darf sich nicht einfach umdrehen, wenn dort plötzlich ein Reh auftaucht“, betont Geers.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6834091?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker