Titanickhalle: Abschluss des Münsterland-Projekts „Mit Droste im Glashaus“
Annette aktuell wie nie

Münster -

Es bleibt erstaunlich, wie vielschichtig, tiefgründig und modern das „westfälisch-katholische Adelsfräulein“ Annette von Droste-Hülshoff bis heute ist.

Montag, 19.08.2019, 23:49 Uhr aktualisiert: 20.08.2019, 11:10 Uhr
Christiane Schöpper stellt mit „Annette I + II“ zwei Figurinen vor, die Aspekte der Persönlichkeit der Dichterin versinnbildlichen wie das Korsett gesellschaftlicher Normen.
Christiane Schöpper stellt mit „Annette I + II“ zwei Figurinen vor, die Aspekte der Persönlichkeit der Dichterin versinnbildlichen wie das Korsett gesellschaftlicher Normen. Foto: Gerhard H. Kock

Es bleibt erstaunlich, wie vielschichtig, tiefgründig und modern das „westfälisch-katholische Adelsfräulein“ Annette von Droste-Hülshoff bis heute ist. Der Hawerkamp ist nach Schloss Senden und dem Baumberger Sandsteinmuseum der dritte und letzte Ort des Projekts „Mit Droste im Glashaus“, das mit Workshops, Lesungen und Konzerten sowie einer Ausstellung in der Titanickhalle weitere Anregungen aus Leben und Werk der Dichterin fürs Hier und Jetzt abgewinnt unter dem literarisch aufgeladenen Motto: „Wegen Umbau geöffnet – Wüste Welt, Paterland und der Traum vom anderen Raum“.

Mit Droste im Glashaus in der Titanickhalle

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  • Foto: Gerhard H. Kock
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  • Udo Weiße: synergetisierte Kopffüßler

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Udo Weiße: synergetisierte Kopffüßler

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Udo Weiße: synergetisierte Kopffüßler

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

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  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

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  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

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  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

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  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

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  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Christiane Schöpper: Annette I + Annette II

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Thomas Prautsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Thomas Prautsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Thomas Prautsch

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
  • Foto: Gerhard H. Kock
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  • Kirsten Mühlbach

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  • Kirsten Mühlbach

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  • Kirsten Mühlbach

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    Foto: Gerhard H. Kock
  • Anna Lisei Math: Die Taxuswand

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Anna Lisei Math: Die Taxuswand

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kunstgruppe Ernst

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Kunstgruppe Ernst

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Schattenwald" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Weiher" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • "Weiher" von Christoph Otto Hetzel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Collagen von Johannes Dreyer

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Collagen von Johannes Dreyer

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Collagen von Johannes Dreyer

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülows cyanotopische Belichtungen zu Annette-von Droste Hülshoff

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülows cyanotopische Belichtungen zu Annette-von Droste Hülshoff

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  • Susanne von Bülows cyanotopische Belichtungen zu Annette-von Droste Hülshoff

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Susanne von Bülows cyanotopische Belichtungen zu Annette-von Droste Hülshoff

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Sechs Kurzfilme von Alice D. Bleistein und Rita Morrien plus Team

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Sechs Kurzfilme von Alice D. Bleistein und Rita Morrien plus Team

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Sechs Kurzfilme von Alice D. Bleistein und Rita Morrien plus Team

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Sechs Kurzfilme von Alice D. Bleistein und Rita Morrien plus Team

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Salomé Berger

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Salomé Berger

    Foto: Gerhard H. Kock
  • El Loco (alias Linus Twents)

    Foto: Gerhard H. Kock
  • El Loco (alias Linus Twents)

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Beate Reul-Knebel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Beate Reul-Knebel

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  • Beate Reul-Knebel

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Beate Reul-Knebel

    Foto: Gerhard H. Kock

Dass die Enge gesellschaftlicher Normen seit dem Biedermeier lediglich anders gewandet ist, zeigt Johannes Dreyer mit seinen Collagen aus Männer- und Frauen-Fotos aus Gesellschaftsmagazinen, die er brutal in- und miteinander verschneidet. Ein Sinnbild finden Kirsten & Peter Kaiser, die aus dem Annette-Gedicht „Am Turme“ das „Und darf nur heimlich lösen mein Haar“ in einen goldenen Rahmen setzen (vom künstlerischen Leiter Christoph Otto Hetzel klug vor die schwarze Industriewand gesetzt), aus dem die Stränge zunächst streng parallel fallen, um dann doch wieder geflochten zu liegen: „Westfälisch blond“ heißt das Chenille-Gewebe, das flauschig ausschaut, aber borstig ist.

Susanne von Bülow zeigt „Annette unscharf“ (Anspielung auf deren Augenleiden) – die Sonne belichtet lichtempfindliches Papier, Motive werden preußisch Blau.

Christoph Otto Hetzel zeigt mit Wind und Licht einen „Schattenwald“, der unheimlichen Figuren wie aus „Der Knabe im Moor“ ein neues, weniger schreckliches Gesicht gibt. Kirsten Mühlbach greift Annettes „Die Mergelgrube“ auf, indem sie mit Mergel ein Baum-Mandala sowie gläserne Kuben schafft, in denen florale Muster Schatten werfen (und einen springend Hund gibt es auch).

Die „Kunstgruppe Ernst“ hat nicht nur Wörter wie „Sinn“ und „Himmel“ in Kurrent aufs Industrieambiente geschrieben, sondern präsentiert mit dem 15-jährigen El Loco (Linus Twents) den jüngsten Teilnehmer, der Annette mit jungenhaftem Charme als Graffiti zeigt. Alice D. Bleistein und Rita Morrien plus Team zeigen sechs Kurzfilme. Und Bleistein präsentiert mit Natalie Hansen einen Kurzfilm zur „Judenbuche“: „Die Verkommenen – ein Sittengemälde“.

Anna Lisei Math lässt das Gedicht „Die Taxuswand“ augenfällig werden, und bei Salomé Bergers verlassener Pool-Landschaft spielt „Der Weiher“ im Hintergrund mit.

Candia Neumann und Ragnar Kopka lassen in ihrem Video-Paar eine Kerze im Tintensee langsam verlöschen sowie Buchenblätter flattern. Thomas Prautsch zeigt zwei Gemälde: die Treppe vielleicht eines Turmes hinauf zum Licht und eine Wand, die die Natur zurückerobert. Beate Reul-Knebel spielt in ihrer Rauminstallation mit der Kurzsichtigkeit der Dichterin: Der Betracht muss in den Raum mit Annettes Augen treten, um ihre Verse lesen zu können. Udo Weiße zeigt in Pop-Art-Manier Annettes Antlitz vor dem Hintergrund eines Ammoniten.

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Die Ausstellung wird am Freitag (23. August) um 19 Uhr in der Titanickhalle, Am Hawerkamp 31, eröffnet. Ab 20 Uhr zeigt Ruppe Koselleck seine performative Installation „Auf der Suche nach der Jugendbuche“.

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